Wiener Konzerthaus: Streit um Präsidentschaft

30. Dezember 2013, 12:18
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Claus Raidl sollte Nachfolge von Theresa Jordis antreten - IV-Präsident Kapsch dagegen

Wien - Die Bestellung eines Nachfolgers für die im Herbst verstorbene Präsidentin des Wiener Konzerthauses, Theresa Jordis, hat zu einem Zerwürfnis zwischen den Direktions-Mitgliedern Claus Raidl und Georg Kapsch sowie Rücktritten im Gremium geführt. Wie das Magazin "News" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, hätte Notenbank-Präsident Raidl Jordis nachfolgen sollen. Kapsch wollte dies verhindern.

Über die Präsidentschaft entscheidet die 25-köpfige Direktion des Konzerthauses. Laut "News" hat eine Mehrheit von 13 Direktionsmitgliedern Raidl für die Nachfolge von Jordis nominiert. Gegen dessen Kür habe sich allerdings der ebenfalls im Direktorium vertretene Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch, gewandt, dessen Unternehmen Kapsch Hauptsponsor des Konzerthauses ist. Begründung: Raidl sei unqualifiziert.

Als Folge des Konflikts habe laut "News" Raidl seine Kandidatur zurückgenommen, mehrere Mitglieder hätten ihren Rückzug aus der Direktion avisiert - darunter Kapsch selbst und Ex-Konzerthaus-Intendant Karsten Witt. Darüber hinaus wolle Kapsch seine Sponsorbeiträge nicht mehr über den Ablauf des noch zwei Jahre laufenden Vertrags hinaus verlängern.

Widerspruch mit Vorbehalt

Dem widersprach am Montag Kapsch aber in einer Aussendung - unter Vorbehalt: "Das Sponsoring durch Kapsch steht nicht infrage, solange Transparenz und Einigkeit im Konzerthaus herrscht, und ist vollkommen unabhängig von der Wahl des Präsidenten." Gerade in finanziell schwierigen Zeiten sei es entscheidend, dass das Direktorium gemeinsam an einem Strang ziehe und nicht durch interne Diskussionen gespalten werde.

Er habe sich nun erstmals in die Belange des Konzerthauses eingemischt, weil das Verfahren "völlig intransparent" sei und ein Zwist im Direktorium herrsche. "Ich wünsche mir einen Kandidaten für das Konzerthaus-Präsidium, der von allen Mitgliedern des Direktoriums gleichermaßen akzeptiert wird", so Kapschs daraus folgende Forderung. (APA, 30.12.2013)

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