Schüsse auf Residenz des deutschen Botschafters in Athen

30. Dezember 2013, 07:41
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Verletzte gab es keine - Mindestens drei Festnahmen

Athen/Berlin - Nach dem Anschlag auf die Residenz des deutschen Botschafters in Athen sind Deutschland und Griechenland um Schadensbegrenzung bemüht. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte am Montag, es werde den Tätern nicht gelingen, die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern kaputtzumachen. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras versicherte, es werde alles getan, um die Attentäter zu fassen.

Vor der Residenz wurden in der Nacht der Polizei zufolge rund 60 Schüsse aus Kalaschnikow-Maschinenpistolen in die Luft abgegeben, vier trafen das Metalltor. Die Polizei vermutet Linksextremisten hinter dem Anschlag. Wegen der Sparauflagen für das hochverschuldete Land sind antideutsche Stimmungen in Griechenland aufgekommen.

Steinmeier erklärte: "Nichts, aber auch gar nichts kann einen solchen Angriff auf einen Vertreter unseres Landes rechtfertigen." Er dankte Samaras und Außenminister Evangelos Venizelos, die sofort eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hätten. Venizelos sprach von einem "feigen Terroranschlag", der dem Ansehen Griechenlands schade. Auch die linksgerichtete Syriza-Partei verurteilte die Tat. Sie schade dem Kampf gegen das Sparprogramm der Regierung.

Im Zuge der Schuldenkrise in Griechenland ist es in der Bevölkerung wiederholt zu Anfeindungen gegen Deutschland gekommen. Im vergangenen Jahr bewarfen Staatsbedienstete einen deutschen Diplomaten mit Wasserflaschen. Immer wieder protestieren Gegner des Sparprogramms vor der deutschen Botschaft. Sie machen vor allem die deutsche Bundesregierung für die harten Sparauflagen verantwortlich, die das Land im Gegenzug für internationale Finanzhilfen zusagte.

Bei dem Anschlag in der Nacht auf die Residenz von Botschafter Wolfgang Dold wurde niemand verletzt. Polizeikreisen zufolge gaben zwei Angreifer die Schüsse ab. Die Residenz liegt im Norden der griechischen Hauptstadt an einer vielbefahrenen Straße. Die deutsche Botschaft in Athen war zuletzt 1999 Ziel eines Anschlags. Damals schossen Extremisten eine Rakete auf das Gebäude, die das Dach traf. (APA, 30.12.2013)

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