Thailandischer Protestanführer will Bangkok lahmlegen

29. Dezember 2013, 11:46
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Suthep Thaugsuban will nach Neujahr neue Blockaden errichten lassen

Bangkok -  Mit neuen Blockaden wollen die Regierungsgegner in Thailand die Staatsspitze in die Knie zu zwingen. Protestanführer Suthep Thaugsuban rief seine Anhänger am Samstag auf, Bangkok nach Neujahr so lang lahmzulegen, bis Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zurücktritt und eine Übergangsregierung kommt. "Wartet auf ein Signal, dann kommt und bringt Kleidung und Essen mit", forderte er Anhänger auf.

"Der Kampf bis zum Sieg könnte Monate dauern," schwor Suthep seine Anhänger au eine lange Zeit der Protest ein. Hunderttausende Demonstranten haben die Acht-Millionen-Metropole seit November mehrfach teilweise blockiert. Sie geben sich nicht mit der Auflösung des Parlaments und Neuwahlen zufrieden, weil Yingluck durch die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung gute Aussichten auf eine Wiederwahl hat. Sie beharren auf politischen Reformen durch eine ungewählte Technokraten-Regierung. Sie werfen der Shinawatra-Familie, die die Politik seit 2001 dominiert, Stimmenkauf, Vetternwirtschaft und Selbstbereicherung vor.

Opposition will Wahl verhindern

Yingluck hat unter dem Druck der Straße für den 2. Februar Neuwahlen angesetzt. Die Regierungsgegner wollen eine ordentliche Durchführung verhindern. Am Wochenende belagerten sie im Süden des Landes mehrere Büros, wo sich Kandidaten registrieren lassen wollten. Die Wahlkommission stoppte die Registrierung am Sonntag in einigen Provinzen im Süden, weil Demonstranten den Zutritt zu den Büros versperrten, wie Lokalmedien berichteten. In der Region sowie in Bangkok haben die Regierungsgegner ihre Machtbasis.

Am Samstag wurde ein Wachmann der Demonstranten aus einem vorbeifahrenden Auto erschossen. Damit kamen bei der jüngsten Protestwelle acht Menschen ums Leben. Oberbefehlshaber Prayuth Chan-ocha, der bisher stets an alle Seiten appellierte, ihre Meinungsverschiedenheiten friedlich zu lösen, schloss einen Militärputsch nicht mehr aus. Es hänge alles von der weiteren Entwicklung ab, sagte er am Freitagabend. Unterstützer der Regierung wollen einen Coup nicht hinnehmen, sagte einer ihrer Organisatoren, Nattawut Saikuar, der Zeitung "Bangkok Post". "Wir hoffen auf eine demokratische Lösung." (APA, 29.12.2013)

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