Die Strategie der Zebramangusten

27. Dezember 2013, 18:56
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Rangniedrige Weibchen setzten auf einen Trick, um ihren Nachwuchs davor zu bewahren, getötet zu werden

Exeter/Wien - Zebramangusten sind äußerst soziale Tiere. Das zeigt sich einerseits durch die gegenseitige Fellpflege in ihren Lebensgemeinschaften, aber auch durch gegenseitiges Markieren mittels Sekret aus den Analdrüsen. Die Raubtiere innerhalb einer Gruppe verbringen die Nacht gemeinsam in einem Bau, der mehrere Eingänge hat und alle paar Tage gewechselt wird. Es sei denn, es gibt Nachwuchs.

Wissenschafter der britischen University of Exeter haben nun herausgefunden, dass die südlich der Sahara lebenden Tiere eine ausgeklügelte Überlebensstrategie für ihre Jungen entwickelt haben. Die Forscher haben sieben Jahre lang insgesamt elf Gruppen von wild lebenden Zebramangusten im Queen Elizabeth National Park in Uganda beobachtet. Das Ergebnis: Die älteren, dominanten Weibchen töten jeden Wurf, der nicht von ihnen sein kann (Infantizid). Wenn aber eine Chance besteht, dass unter den Jungtieren auch der eigene Nachwuchs ist, dann lassen sie sie leben. Die Gegenstrategie der rangniedrigen Mangustenweibchen: Sie synchronisieren die Geburt ihres Nachwuchses mit jener der dominanten Weibchen - und entziehen ihre Jungen damit der Fortpflanzungskontrolle. Erschienen ist die Studie kürzlich im Fachjournal PNAS. (pi/DER STANDARD, 28.12.2013)

  • Kalt kann es nicht sein unter den Zebramangusten. Die Tiere verspeisen meist kleine Tiere: Käfer, Tausendfüßler oder Mäuse stehen beispielsweise auf ihrem Speisezettel.
    foto: andy young / university of exeter

    Kalt kann es nicht sein unter den Zebramangusten. Die Tiere verspeisen meist kleine Tiere: Käfer, Tausendfüßler oder Mäuse stehen beispielsweise auf ihrem Speisezettel.

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