Optimismus steigt in Österreich und Deutschland

27. Dezember 2013, 19:04
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Persönliche Zuversicht wächst seit 2011 Höchststand in Deutschland seit 20 Jahren

Linz - "Wenn Sie nun die Entwicklung Ihrer eigenen wirtschaftlichen Lage, also Ihrer finanziellen Situation im Jahr 2014, mit heuer vergleichen: Wird sich da Ihre finanzielle Situation eher verbessern, wird sie sich gleichbleibend entwickeln, oder wird sie sich eher verschlechtern?" Diese Frage stellte das Linzer Market-Institut in der Vorwoche 405 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten. 21 Prozent sagten, dass sie eine Verbesserung ihrer Lage erwarteten, 23 Prozent erwarten eine Verschlechterung und 54 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

Weniger pessimistisch

Während sich Optimismus und Pessimismus also weitgehend die Waage halten, so ist der Trend durchaus positiv: 2011 meinten noch 27 Prozent, dass sich ihre Situation im folgenden Jahr verschlechtern würde, nur 17 Prozent gingen von einer Verbesserung aus. Seither stieg der Optimismus an, der Pessimismus ging gleichzeitig zurück.

Besonders positive Zukunftserwartungen hegen die Befragten unter 30 Jahren: Von ihnen ist etwa ein Drittel zuversichtlich, etwa jeder Vierte zeigt sich zaghaft. Männer sind in dieser Umfrage deutlich optimistischer als Frauen - und in der Wählerschaft der SPÖ gibt es besonders wenige Menschen, die sich eine gleichbleibende persönliche Wirtschaftslage erwarten: Unter den Sozialdemokraten gibt es besonders viele Optimisten, aber auch überdurchschnittlich viele Pessimisten.

In derselben Umfrage ließ der Standard auch erheben, wie die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs im Vergleich mit anderen EU-Staaten eingeschätzt wird.

Besser als im EU-Schnitt

Hier sagten 23 Prozent, Österreich werde sich besser entwickeln, 15 Prozent meinen, in Österreich würde es 2014 eher schlechter laufen und 54 Prozent glauben, dass es etwa gleich gut gehen werde (die übrigen acht Prozent wollten sich nicht festlegen). Bei dieser Frage sind die erklärten Wähler von SPÖ und Grünen besonders zuversichtlich - erklärte FPÖ-Wähler neigen eher dazu, Österreich im EU-Vergleich schlechter zu bewerten.

Obwohl diese Daten ein relativ günstiges Bild zeichnen, warnt Market-Chef Werner Beutelmeyer vor einer überschwänglichen Interpretation: "Erstens waren im Vorjahr mehr Befragte als heute zuversichtlich, dass sich Österreich über dem EU-Schnitt entwickeln wird. Und zweitens sind die krisenhaften Entwicklungen noch nicht ausgestanden. Die Leute wissen zwar, dass sie jetzt Geld in der Tasche haben - aber wir haben bei anderen Umfragen auch herausgefunden, dass sich die Meisten bei größeren Ausgaben zurückhalten. Da wird schon einmal der Kauf eines Autos oder einer neuen Wohnung aufgeschoben, viele trauen sich bei Investitionen im persönlichen Bereich derzeit einfach nicht drüber."

Dies aber könne zu unerwünschten Rückkoppelungseffekten führen: Wenn viele Menschen geplante größere Ausgaben aufschieben, dann fehle der Motor für die Inlandsnachfrage und damit für jenes Wirtschaftswachstum, das von Wirtschaftsforschern für das kommende Jahr erwartet wird.

Beutelmeyer: "Der Optimismus ist im Ansteigen begriffen - das ist die gute Nachricht. Aber er ist noch nicht so groß, dass die Österreicher auf eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung vertrauen, da fehlen auch die politischen Signale in diese Richtung." (Conrad Seidl, DER STANDARD, 28.12.2013)

  • Jeder Vierte erwartet im neuen Jahr finanzielle Zugewinne. Die Mehrheit meint: Es wird besser als im Rest der EU.
    foto: dpa/hillebrand

    Jeder Vierte erwartet im neuen Jahr finanzielle Zugewinne. Die Mehrheit meint: Es wird besser als im Rest der EU.

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