Jahr der Wurstsemmel

27. Dezember 2013, 17:19
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Den größten Weisheitszuwachs durch kleine Freuden bescherte das Jahr 2013 Niki Lauda in Wurstsemmelform

2013 ist noch nicht vollendet - dennoch lässt sich bereits höchst optimistisch bilanzieren: Es geht, qualvoll langsam, aber doch, weiter mit der Menschheit; sie entwickelt Weisheit, entdeckt den Wert der winzigen Dinge. Giganten unserer Epoche, die in den "Seitenblicken" ihr Herz auszuschütten geruhten, lassen diesen versöhnlichen Schluss zu.

Franz Beckenbauer etwa. Der Fußballweise scheint den Vorgängen um die kostbare Kugel, die ihm Bücherfüllendes bescherte, keine überragende Bedeutung mehr beizumessen. In einem Jahr, das seinem Klub, Bayern München, alle möglichen Siege bescherte, bleibt seine Bilanz jedenfalls von diesen Wundern unbehelligt:

"Ich denke, es war ein durchschnittliches Jahr - mit wenigen Tiefpunkten, wenigen Höhepunkten. Es gab also eine schöne Balance, und das ist in meinem Alter ganz gut", so Franz, den jedoch Bundespräsident Heinz Fischer, wohl ob der Last des Amtes, an Bescheidenheit schlägt: "Ich habe 2013 neue Menschen kennengelernt, ich war bergsteigen - es war also ein gutes Jahr."

Den größten Weisheitszuwachs durch kleine Freuden jedoch bescherte das Jahr 2013 Niki Lauda in Wurstsemmelform. Es bestritt zwar, was ein Freund von ihm behauptete, dass er in seinem Leben nämlich "definitiv nie eine Wurstsemmel gegessen hat". Allerdings gab Niki zu, noch nie im Supermarkt selbst eine bestellt zu haben. Und so war der Vorgang "interessant, super, ein Erlebnis".

Was düstere Abgeklärtheit anbelangt, schlägt sie indes Otto Schenk alle: "2013 ist eine Unglückszahl wie jede andere. Und so war das Jahr auch teilweise und teilweise auch nicht, und damit muss man zufrieden sein." Respekt. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 28.12.2013)

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