Top-Verdiener im Kulturbereich: Vier Männer vor vier Frauen

27. Dezember 2013, 17:40
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Einkommensbericht 2012: Pereira bekam am meisten

Wien - Wilfried Seipel bleibt auf Platz eins: Bis dato verdiente kein Kulturmanager derart viel wie der Exgeneraldirektor des Kunsthistorischen Museums, der im Jahr 2008 samt Abfertigung 357.900 Euro erhielt. Jürgen Flimm kam ihm 2011 aber schon recht nahe: Die Intendanz der Salzburger Festspiele schlug sich laut Einkommensbericht des Rechnungshofs mit 355.000 Euro zu Buche.

Flimms Nachfolger, Alexander Pereira, verdiente in seinem ersten Salzburger Jahr 304.500 Euro. Er führt damit das Standard-Ranking der bestbezahlten Kulturmanager des Jahres 2012 an (siehe Grafik links). Auf Platz zwei liegt Staatsoperndirektor Dominique Meyer mit etwa 270.000 Euro, auf Platz drei Klaus Albrecht Schröder (Albertina) mit 266.200 Euro und auf Platz vier Georg Springer, der Geschäftsführer der Bundestheater Holding, mit 261.700 Euro.

Auf diese Männerriege folgt ein Frauenquartett: mit Sabine Haag und Johanna Rachinger, den Generaldirektorinnen des Kunsthistorischen Museums bzw. der Nationalbibliothek, sowie den Museumsdirektorinnen Agnes Husslein-Arco (Österreichische Galerie Belvedere) und Gabriele Zuna-Kratky (Technisches Museum).

In der Regel verdienen die kaufmännischen Geschäftsführer signifikant weniger als die künstlerischen Leiter. Paul Frey vom Kunsthistorischen Museum liegt dennoch vor Christoph Thun-Hohenstein (Mak), Matthias Hartmann (Burgtheater) und Robert Meyer (Volksoper). Die Doppelgeschäftsführung des KHM war damit die teuerste unter allen: Haag und Frey verdienten zusammen 494.000 Euro. Das Leitungsduo der Salzburger Festspiele kostete 485.900 Euro, jenes der Staatsoper 449.400 Euro. Vergleichsweise bescheiden entlohnt wurden die Verantwortlichen des Burgtheaters (383.600 Euro), der Volksoper (368.400 Euro) und der Bregenzer Festspiele (303.200 Euro).

Große Gehaltssprünge fielen diesmal nicht auf. Eine Neubestellung aber kostet empfindlich mehr: Peter Noever verdiente 2010 als Direktor des Museums für angewandte Kunst 192.500 Euro, sein Nachfolger Christoph Thun-Hohenstein zwei Jahre später 223.100 Euro; Wolfgang Waldner erhielt 2010 als Geschäftsführer des MQ 127.400 Euro, sein Nachfolger Christian Strasser zwei Jahre später 196.000 Euro - und damit gleich um 53,8 Prozent mehr.

Das Ranking ist leider lückenhaft: Die Wiener SPÖ weigert sich, die Gehälter anonymisiert (wie der RH) offenzulegen. Einige würden in der Liste des Jahres 2012 ganz oben zu finden sein, darunter Luc Bondy (Wiener Festwochen), Herbert Föttinger (Theater in der Josefstadt), Thomas Drozda (Vereinigte Bühnen Wien) und Roland Geyer (Theater an der Wien). (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 28./29.12.2013)

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