Österreich bekommt 2014 einen "Systemrisikorat"

27. Dezember 2013, 16:11
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Finanzministerium, Notenbank, Fiskalrat und Finanzmarktaufsicht bilden künftig einen Expertenrat, der Empfehlungen abgeben soll

Wien - Angelehnt an das Muster des Europäischen Systemrisikorates (ESRB), ein bei der Europäischen Zentralbank angesiedeltes Frühwarnsystem für den Finanzmarkt, bekommt 2014 auch Österreich ein solches Gremium auf nationaler Ebene. In Österreich heißt der Expertenrat "Finanzmarktstabilitätsgremium". Darin vertreten sind Finanzministerium, Notenbank, Fiskalrat (ehemals Staatsschuldenausschuss) und Finanzmarktaufsicht (FMA).

Dieses Gremium hat das wirtschaftliche Umfeld für die Kreditwirtschaft zu analysieren und der Aufsicht dann Empfehlungen zu geben. Das betrifft nicht nur Kapitalvorgaben für die Finanzinstitute, sondern auch potenziell gefährliche Geschäfte und Produkte, deren Verbot angeregt werden kann.Ein Beratungsgremium aus Nationalbank, FMA und Ministerium hat es bisher schon gegeben. Jetzt zieht der Fiskalrat formell ein. Der 2011 gegründete ESRB (European Systemic Risk Board) hingegen besteht hauptsächlich aus europäischen Notenbankern und Aufsehern.

Die FMA teilte heute mit, es sei Ziel des österreichischen "Finanzmarktstabilitätsgremiums", systemische Risiken zu erkennen und zu analysieren und dementsprechend stabilitätsgefährdenden Entwicklungen entgegenzuwirken. Zur Bekämpfung spekulativer Blasen oder zur Stärkung der Risikotragfähigkeit des Finanzsystems könne das Gremium erhöhte Eigenmittelerfordernisse für besonders systemrelevante Finanzinstitute anregen. Als eine seiner ersten Aktivitäten 2011 hatte der europäische Systemrisikoausschuss eine Fremdwährungskreditrisikowarnung abgesetzt. (APA, 27.12.2013)

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