Schönborn und Landau wollen "Feuerwerk der Nächstenliebe"

27. Dezember 2013, 15:18
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Kardinal und Caritaspräsident bitten im Vorfeld des Jahreswechsels um Spenden für syrische Flüchtlingskinder: "Moneten statt Raketen"

Damaskus - Angesichts der 2,3 Millionen syrischer Flüchtlinge haben Kardinal Christoph Schönborn und Caritaspräsident Michael Landau am Freitag in Wien in einer Pressekonferenz um ein "Feuerwerk der Nächstenliebe" gebeten. Gerade die vielen Kinder hätten unter Kälte und Nässe in Flüchtlingslagern im Libanon und in Jordanien zu leiden, so die beiden bei einer Pressekonferenz im Wiener Erzbischöflichen Palais.

Caritas-Chef Landau appellierte im Blick auf den bevorstehenden Jahreswechsel an die Österreicher: "Wenn Sie noch keinen Neujahrsvorsatz gefasst haben, dann verändern Sie mit uns das Leben eines Kindes." Kardinal Schönborn erklärte, die Kriegsflüchtlinge aus Syrien seien "mehr denn je auf unsere Solidarität und gelebte Nächstenliebe angewiesen - im Gebet für Frieden, aber auch durch konkretes Tun", hieß es laut Kathpress.

Mit einer 15-Euro-Spende könne eine wärmende Decke für Frierende angeschafft werden, auch eine dauerhafte Spende von nur fünf Euro pro Monat sei hochwillkommen, denn "die Hilfe braucht einen langen Atem", so Landau. Der Caritaspräsident steckte sich das Ziel, "10.000 syrische Flüchtlingskinder sicher durch den Winter zu bringen". Die Caritas ruft unter dem Slogan "Moneten statt Raketen" dazu auf, etwas an Feuerwerkskörpern und Silvesterkrachern zugunsten der Notleidenden im Nahen Osten einzusparen.

Ungewöhnliche Kälte in der Krisenregion

Während in Österreich um Weihnachten frühlingshafte Temperaturen geherrscht haben, verschlimmere sich in der Krisenregion die Lage durch die ungewöhnliche Kälte, so Landau: "Die Not ist unbeschreiblich." Caritas-Helfer in der Region würden derzeit auf Hochtouren arbeiten, um syrischen Flüchtlingsfamilien mit Decken und Matratzen, Winterkleidung und provisorischen Öfen zu versorgen. In Jordanien würden auch Reparaturen an notdürftigen Unterkünften gemacht, um sie winterfest zu machen. Mehreren Tausend Familien konnte auf diese Weise bereits geholfen werden, informierte Landau.

Nach offiziellen Angaben sind derzeit knapp 2,3 Millionen Syrer als Flüchtlinge in den Nachbarländern registriert, die meisten davon im Libanon (835.000) und in Jordanien (567.000). Dazu kommen 6,5 Millionen innerhalb Syriens Vertriebene - zusammen sind das mehr Flüchtlinge, als Österreich Einwohner hat. Rund die Hälfte aller vom Bürgerkrieg Betroffenen sind nach laut Caritas Kinder.

Die katholische Hilfsorganisation hat seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011 knapp 3,5 Millionen Euro für Syrien-Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Auch die Kollekten bei den Christmetten in vielen österreichischen Dom- und Pfarrkirchen wurden der Syrienhilfe zur Verfügung gestellt. Damit werden mehr als 50.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen und Winterkleidung sowie medizinischer Hilfe über Partner in Jordanien und Libanon unterstützt. (APA, 27.12.2013)


Zur Info:

Spendenaufruf der Caritas: Eine Decke kostet 15 Euro, ein Hygienepaket für eine Familie mit Zahnbürsten, Seife und Handtüchern 25 Euro, ein Familien-Lebensmittelpaket für 1 Monat mit Zucker, Salz, Reis, Bohnen u.a. kostet 60 Euro.

(Spenden unter dem Kennwort "Nothilfe Syrien" auf das PSK-Kto. 7.700.004, BLZ 60.000; die Spendenhotline ist unter Tel. 0800/222-444 erreichbar, eine SMS mit dem Kennwort "Syrien" und dem Spendenbetrag ist an 0664/660.33.33 erbeten).

  • Caritas-Präsident Michael Landau (links) und Kardinal Christoph Schönborn bitten um Hilfe für syrische Flüchtlinge.
    foto: apa/hans punz

    Caritas-Präsident Michael Landau (links) und Kardinal Christoph Schönborn bitten um Hilfe für syrische Flüchtlinge.

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