IBAN: Bald wird es ernst

27. Dezember 2013, 12:59
90 Postings

Ab 1. Februar gilt statt der nationalen Kontonummer auch im Inland nur noch die internationale Kontonummer IBAN

Wien - Seit mehr als vier Jahrzehnten sind die Österreicher daran gewöhnt, bei ihren Bankgeschäften den Geldempfänger über seine Kontonummer und die Bankleitzahl (BLZ) ihrer Bank zu identifizieren. Ab 1. Februar 2014 ist das Geschichte: Dann gilt auch im Inland nur noch die internationale Kontonummer IBAN - wegen ihrer scheinbaren Kompliziertheit zu unrecht als "IBAN der Schreckliche" verschrien.

Der Trennungsschmerz über den Verlust einer alten Gewohnheit ist auch hier spürbar - "es kommt nichts Besseres nach", sind sich viele Bankkunden einig. Kaum jemand werde sich die IBAN-Codes merken können, die in Österreich 20 Stellen lang sind und in manchen Ländern bis zu 34 Zeichen umfassen können.

Dabei sind Überweisungen in andere EU-Länder schon seit längerer Zeit nur noch mit IBAN und BIC (Business Identifier Code) möglich - zu größerer Verwirrung hat das nicht geführt. Das liegt vor allem daran, dass sich in Wahrheit kaum etwas ändert: Statt BLZ und Kontonummer wie bisher getrennt anzugeben, werden sie nun zu einer Kennzahl zusammengeführt. Vorangestellt wird dieser Zahl ein zweistelliger Ländercode ("AT" für Österreich) und eine zweistellige Prüfzahl, mit der Fehlüberweisungen durch Tippfehler ausgeschlossen werden sollen.

Ziel des EU-Projekts SEPA (Single Euro Payments Area: EU, Liechtenstein, Norwegen, Island, Monaco, Schweiz.) ist die Schaffung einer einheitlichen Region für bargeldlose Zahlungen in Euro. Die Kunden sollen keinen Unterschied zwischen inländischen und grenzüberschreitenden Zahlungen mehr erkennen können. Darum soll ab Februar 2016 die Angabe des BIC auch bei Auslandsüberweisungen in der SEPA nicht mehr notwendig sein. Schon ab dem kommenden Jahr dürfen Euro-Überweisungen nur noch einen Bankgeschäftstag dauern und nicht mehr kosten als eine Inlandstransaktion.

Experten warnen vor Betrügern

Konsumentenschützer warnen davor, dass Betrüger die Verunsicherung der Bankkunden rund um die IBAN-Umstellung verstärkt für Phishing-Attacken nützen könnten, um den Kunden ihre Bankdaten herauszulocken. Dazu muss man vor allem eines wissen: Die Umstellung auf IBAN erledigen die Banken, die Kunden müssen dazu nichts tun. Auch bestehende Abbuchungsaufträge müssen nicht geändert werden - dennoch kann es passieren, dass Einzieher neue Ermächtigungen einholen wollen, obwohl sie sich eigentlich selbst darum kümmern sollten, von den Banken die neuen Kontonummern ihrer Kunden zu bekommen. Das passiert aber ausschließlich schriftlich per Post - niemals sollte man auf E-Mails antworten, in denen man um die Angabe seiner Kontodaten ersucht wird.

Die eigene IBAN findet man auf der Bankomatkarte und auf den Kontoauszügen. Von den vielfach im Internet angebotenen IBAN-Umrechern zur Ermittlung der IBAN aus der alten BLZ und Kontonummer raten Banken und Konsumentenschützer ab, weil die errechneten Nummern oft nicht stimmen. Das liegt u.a. daran, dass ja auch schon bisher eine Bank mehrere unterschiedliche Bankleitzahlen haben konnte - wie etwa die Bank Austria, die durch mehrere Fusionen im Laufe ihrer Geschichte u.a. die ehemalige Zentralsparkasse, die Länderbank und die frühere Creditanstalt in sich vereinigt. (APA, 27.12.2013)

Links

Informationen zur SEPA-Umstellung unter www.oenb.at/iban und www.oenb.at/sepa

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.