Landwirte leiden unter Unwetterschäden

27. Dezember 2013, 12:50
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Die Zahl der Dürre- und Hochwassermeldungen ist um 50 Prozent höher als im langfristigen Durchschnitt

Wien - Frühzeitiger Hagel, Hochwasser, Hitze und Dürre haben der Landwirtschaft 2013 schwer zu schaffen gemacht. 11.541 Dürre- und Hochwasserschadensmeldungen bedeuten eine Zunahme von 50 Prozent verglichen mit dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre, zieht die Österreichische Hagelversicherung am Freitag Bilanz.

"Im heurigen Jahr entstand in der Landwirtschaft ein Gesamtschaden von 240 Millionen Euro, insbesondere durch Dürre, Hochwasser und Hagel. 150.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche waren betroffen", so Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, in einer Pressemitteilung. Er rechnet künftig mit einer weiteren Zunahme von Schäden im Agrarsektor.

2013 ist das elftwärmste Jahr in der 246-jährigen Messgeschichte. Niederschlag und Sonnenschein fallen in der Jahresbilanz zwar durchschnittlich aus, waren aber von extremen Einzelmonaten geprägt: Jahrhunderthochwasser Ende Mai/Anfang Juni, Trockenheit im Juli/August - beide Ereignisse mit massiven Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Die Wetterbilanz 2013 laut Hagelversicherung im Detail

Auf einen nasskalten und sonnenarmen Jahresbeginn - es war der trübste Februar seit dem Jahr 1947 - folgte ein schneereiches und kaltes Frühjahr. Ende März war es noch ungewöhnlich kalt. Noch nie wurden so spät im Jahr derartig niedrige Temperaturen erreicht - am 26. März hatte es in Wien gar nur -1,5 Grad Celsius.

Ab Anfang April wurde es schlagartig wärmer. Am 26. April wurden in Gars am Kamp 29,6 Grad Celsius gemessen. Dabei war es besonders im Osten Österreichs sehr trocken. In Gänserndorf fielen im April nur 9 mm Niederschlag. Am 4. Mai gab es in der Buckligen Welt sowie im Mittelburgenland und in der Steiermark schwere Hagelschäden. Am Pfingstwochenende verursachte der Hagel in Salzburg und erneut in der Steiermark und im Burgenland schwere Schäden.

Hochwasser

Der Monat Mai endete im Westen mit starkem Dauerregen. Verbreitet fielen vor allem in Tirol, Salzburg und Oberösterreich über 200 mm in nur vier Tagen. Ein massives Hochwasser war die Folge: Dieses betraf neben den genannten Bundesländern auch Vorarlberg, Niederösterreich und die Steiermark mit massiven Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen.

Mit 2,2 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel war das der zweitwärmste Juli seit dem Temperatur-Messbeginn 1767. Nur der Juli 2006 war wärmer als der Juli 2013. Bei Sonnenscheindauer und Trockenheit wurden überhaupt die extremsten Werte der Messgeschichte verzeichnet. Und mit einem österreichweiten Sonnenschein-Plus von 36 Prozent war es auch der sonnigste Monat seit Sonnenschein-Messbeginn 1884. Mit österreichweit nur 35 Prozent der normalen Regenmenge war es der trockenste Juli seit Beginn der Niederschlagsmessungen 1858.

Über 40 Grad

Auch der August ging als einer der wärmsten Monate in die Messgeschichte ein. Erstmals wurde in Österreich die Marke von 40 Grad Celsius überschritten: 40,5 Grad Celsius in Bad Deutsch-Altenburg. Der Regen Anfang August und das länger anhaltende feucht-kühle Sommerwetter Ende des Monats konnten für leichte Entspannung bei den Ackerpflanzen sorgen. Allerdings war der Regen auch verbunden mit schweren Hagelunwettern in Niederösterreich, Tirol, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich.

Die Tropentage, also Tage mit mehr als 35 Grad Celsius, erreichten heuer einen Rekordwert: 10 derartige Tropentage gab es heuer in Wien Innere Stadt. Auf einen meteorologisch unauffälligen September folgten frühzeitiger Schneefall Anfang Oktober und warme Temperaturen Ende des Monats. Der November war nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA weltweit der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 134 Jahren. (APA, 27.12.2013)

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