Raketenangriff auf Volksmujaheddin im Irak

27. Dezember 2013, 06:01
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Drei Insassen von "Camp Liberty" wurden getötet - 50 Verletzte

Auf ein Lager iranischer Exil-Oppositioneller im Irak ist nach deren Angaben erneut ein Raketenangriff verübt worden. Drei Insassen von "Camp Liberty" seien getötet und 50 weitere verletzt worden, teilten der Nationale Widerstandsrat des Iran in Paris mit.

Dutzende Geschoße gingen demnach am Donnerstagabend auf die in der Nähe des Flughafens von Bagdad gelegene ehemalige US-Militärbasis nieder, in der knapp 3.000 Mitglieder der iranischen Volksmujaheddin leben.

US-Außenministerium verurteilte den Angriff

Die irakischen Behörden bestätigten zunächst nur den Einschlag von drei Raketen in der Nähe des Flughafens. Der Flughafenbetrieb sei ungehindert weitergegangen, sagte der Leiter der Luftfahrtbehörde, Nasser Bandar.

Das US-Außenministerium verurteilte den Angriff. Es rief die irakische Regierung auf, die Lager gegen weitere Gewalt zu sichern.

Die Volksmudschaheddin kämpfen seit 1965 zunächst gegen den Schah, später nach der Islamischen Revolution 1979 gegen die neue Führung in Teheran. Seit dem iranisch-irakischen Krieg von 1980 bis 1988 halten sich große Gruppen iranischer Flüchtlinge im Irak auf. Sie wurden von dem damaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein dabei unterstützt, Angriffe auf das Nachbarland vorzubereiten. Nach dem US-Einmarsch im Irak und Saddams Sturz im Jahr 2003 wurden die Volksmujaheddin entwaffnet. Seitdem versucht die von Schiiten dominierte Regierung im Irak, sie in andere Länder abzuschieben. Auch der Iran ist stark schiitisch geprägt.

Immer wieder Zielscheibe vo Angriffen

Die Lager der iranischen Exil-Opposition sind immer wieder Zielscheibe von Angriffen. Zuletzt waren im September bei einem Angriff auf das Camp Ashraf nahe der iranischen Grenze mehr als 50 Menschen getötet worden. Die Volksmujaheddin machen eine Spezialeinheit der irakischen Sicherheitskräfte dafür verantwortlich. Die Behörden hingegen sprechen von Kämpfen zwischen rivalisierenden Volksmujaheddin. Nach UNO-Angaben waren vielen Opfern die Hände auf dem Rücken gefesselt worden. Die Toten wiesen demnach alle Schusswunden auf. (APA, 27.12. 2013)

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