180.000 Rumänen und Bulgaren in Deutschland für 2014 erwartet

26. Dezember 2013, 17:55
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Die Arbeitsagentur will Sprachkurse und Aktivierungsmaßnahmen bereitstellen

Saarbrücken -  Die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet im kommenden Jahr bis zu 180.000 Arbeitsmigranten aus Bulgarien und Rumänien. Dadurch werde es auch für einheimische Arbeitslose schwieriger, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der "Saarbrücker Zeitung" vom Dienstag.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte angesichts des erwarteten Andrangs von Armutsflüchtlingen mehr Unterstützung vom Bund. Vom 1. Jänner 2014 an können auch rumänische und bulgarische Arbeitnehmer in Deutschland, genauso wie in Österreich, nach Jobs suchen. Die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit hatte für die beiden osteuropäischen Länder nach ihrem EU-Beitritt 2007 zunächst nur eingeschränkt gegolten.

Unterstützung

BA-Chef Alt kündigte Unterstützung für die Arbeitsmigranten an: "Da ist auch die Bundesagentur in der Mitverantwortung. Zum Beispiel, wenn es um Deutschkurse oder Aktivierungsmaßnahmen geht", sagte er der Zeitung. Für einheimische Arbeitslose werde es schwieriger, insbesondere für die "überdurchschnittlich schlecht" qualifizierten Langzeitarbeitslosen, deren Zahl in den vergangenen Jahren bei knapp einer Million stagniere.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte indes den Bund auf, sich an den Kosten zu beteiligen, die durch Armutsmigranten aus Osteuropa entstehen. Die Bundesregierung und auch die EU könnten "dieses Problem nicht allein bei den Städten lassen", sagte dessen Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Kommunen bräuchten Hilfe des Bundes "bei der Gesundheit, bei der Unterbringung und bei der Sozialarbeit".

Anfang des neuen Jahres werde sich auf Initiative der Länder-Innenminister ein "Asylgipfel" mit der deutlichen Zunahme der Armutsflüchtlinge aus Osteuropa befassen, sagte Landsberg. Dabei solle dann auch das finanzielle Engagement von Bund und Ländern thematisiert werden. Der Bund sei gefragt, denn er habe die EU-Erweiterung politisch gewollt und die Probleme gesehen. (APA, 26.12.2013)

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