Zwei Tote bei neuen Unruhen in Thailand

27. Dezember 2013, 11:33
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Bangkok - In Thailand soll die Armee am Wochenende die Registrierung von Kandidaten für die Parlamentswahl absichern. Er werde das Militär auch bitten, den Schutz für die Bevölkerung bei der Wahl am 2. Februar sicherzustellen, so der stellvertretende Ministerpräsident Surapong Tovichakchaikul am Donnerstag in einer TV-Ansprache. Bei Protesten in Bangkok kamen indes zwei Menschen ums Leben.

Rund 2.000 Regierungsgegner hatten am Donnerstag versucht, die Registrierung von Kandidaten in einem Stadion in der Hauptstadt Bangkok zu blockieren. Dabei wurden ein Polizist und ein 30-jähriger Mann getötet. Der Zivilist erlag am Freitag seinen Verletzungen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Er war durch einen Schuss in die Brust verwundet worden.

Insgesamt wurden nach Behördenangaben mehr als 150 Menschen bei den gewaltsamen Zusammenstößen verletzt, 38 von ihnen werden demnach noch im Krankenhaus behandelt. In dem Stadion hatten sich Vertreter von rund 30 Parteien versammelt, um Kandidaten für die am 2. Februar geplanten Wahlen zu registrieren.

Eingangstor gerammt

Demonstranten rammten ein Eingangstor zum Stadion mit einem Lastwagen und stürmten das Gelände. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschoßen ein. Ein erster Registrierungsversuch war bereits am Montag von Gegnern von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra unterbunden worden. Bisher hielten sich die Streitkräfte in dem seit Wochen schwelenden Konflikt weitgehend zurück. Die Armeeführung wollte sich im Verlauf des Freitags auf einer Pressekonferenz äußern.

Unter dem Druck der Massenproteste hatte Yingluck vor rund zwei Wochen Neuwahlen angesetzt. Die Regierungsgegner, die vorwiegend aus der städtischen Mittelschicht und den alten Eliten stammen, wollen die Abstimmung aber verhindern, da sie mit einen erneuten Sieg von Yinglucks Puea-Thai-Partei rechnen. Sie wollen stattdessen einen nicht gewählten "Volksrat" einsetzen. Sie werfen Yinglucks 2006 vom Militär entmachteten Bruder Thaksin Shinawatra vor, weiterhin die Fäden zu ziehen.

Die Proteste hatten sich Ende Oktober an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Thaksin wohl eine Rückkehr aus seinem Exil erlaubt hätte. Er war nach seiner Entmachtung wegen Korruption verurteilt worden.

Wahlkommission unterstützt Wahl

Thailands Wahlkommission ist unterdessen nach scharfer Kritik von ihrer Empfehlung abgerückt, die Wahlen zu verschieben. "Wir werden alles tun, freie, faire und transparente Wahlen zu organisieren", sagte der Vorsitzende Supachai Somcharoen am Freitag bei einer Pressekonferenz. (APA, 27.12.2013)

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