ORF-Betriebsrat beklagt "Bashing im Boulevard"

24. Dezember 2013, 10:25
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"Verdacht einer Kampagne gegen das Unternehmen" wegen VPÖ-Kritik an Fußballrechte-Kauf und "Krone"-Artikelfolge

Wien - "ORF-Bashing im Boulevard" beklagt der Zentralbetriebsrat des öffentlich-rechtlichen Senders in einem Brief an die Kollegen. Obmann Gerhard Moser führt die Kritik des Verbandes Österreichischer Privatsender (VÖP) am Rechteerwerb der Fußball-Champions-League durch den ORF sowie vor allem eine "Artikelfolge" in der "Kronen Zeitung" über die Gehälter im ORF. "Zwei Mistschaufeln" nennt Moser diese.

Der Zentralbetriebsratsobmann hat den "durchaus begründeten Verdacht einer Kampagne gegen das Unternehmen und seine Belegschaft". Denn nach dem Offenen Brief des VÖP habe die "Krone" - ausgehend vom Rechnungshofbericht über Einkommen in Staats- und staatsnahen Firmen - in zwei Artikeln nicht nur "höchst seltsame Analysen und Einschätzungen" unternommen, sondern die ORF-Mitarbeiter und die Belegschaftsvertretung diffamiert.

Betriebsrat kein Mitspracherecht bei Gehältern

Moser empört die Darstellung, dass die Blockaden durch "90 Betriebsräte" schuld an den hohen Bezügen von Direktoren und Geschäftsführern im ORF seien. Er widerspricht: Der ORF-Zentralbetriebsrat und auch die Betriebsrats-Vorsitzenden der Töchter hätten bei der Gestaltung und Bemessung von deren Verträgen kein Anhörungs- und Mitspracherecht. Außerdem habe man in den vergangenen Jahren mehrere Sparpakete getragen und verhandle jetzt über einen neuen Kollektivvertrag. "Uns gerade jetzt .... vorwerfen zu lassen, dass blockiert und zu viel verdient wird im Unternehmen (ja, über die Höchstgagen lässt sich reden!)" habe viele Kollegen "absolut zu Recht auf dei berühmte 'Palme'" gebracht, schließt Moser. (APA, 24.12.2013)

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