Weihnachten: "Beten wichtiger als Geschenke"

24. Dezember 2013, 09:15
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Eine Umfrage des Market Insituts hat den Weihnachtssehnsüchten der Österreicher nachgespürt

Linz – Weihnachten ein Fest des Schenkens? Ja, das auch. Aber 34 Prozent der österreichischen Erwachsenen sagen: "Zu Weihnachten zu beten ist wichtiger als zu Weihnachten Geschenke zu bekommen". Das geht aus der Weihnachtsumfrage des Linzer Market-Instituts für den Standard hervor. Dieselbe Umfrage zeigt auch: Ob gläubig oder nicht: Für 76 Prozent ist sehr wichtig, dass Weihnachten ein friedliches Fest mit der Familie wird, für weitere 16 Prozent ist es immerhin noch wichtig – "Das schließt so ziemlich alle ein, die Familienanschluss haben", sagt David Pfarrhofer, der Institutsleiter.

Immerhin ist nur knapp der Hälfte der Befragten auch wichtig, "die Verwandten um sich zu haben" – wobei Frauen deutlich mehr Familiensinn haben als Männer, wie Pfarrhofer herausgefunden hat. 45 Prozent der Frauen, aber nur 35 Prozent der Männer finden es sehr wichtig, die Kinder und Enkel zu sehen.

Es sind vor allem engagierte Katholiken und erklärte Anhänger der ÖVP, die das Gebet zu Weihnachten für wichtiger als die Geschenke halten. Der Besuch eines festlichen Gottesdienstes oder einer Christmette ist jedem Dritten mehr (18 Prozent) oder weniger (15 Prozent) wichtig – wobei dies vor allem ein Thema für ältere Befragte ist.

Jüngere Befragte sagen in einem wesentlich höheren Ausmaß, dass ihnen an Weihnachten Spaß wichtig ist. Im Schnitt nennen 33 Prozent Spaß mit Freunden zu Weihnachten "sehr wichtig" (weitere 29 Prozent vergeben die Note zwei auf einer fünfstufigen Skala) – bei den Befragten unter 30 sagt allerdings jeder Zweite, dass ihm Weihnachtsspaß mit Freunden sehr wichtig ist.

Und dann die Freizeit, die zu den Feiertagen anfällt! Frauen sagen deutlich öfter als Männer, dass sie diese Zeit mit einem guten Buch verbringen wollen. Dafür sagen Männer doppelt so oft wie Frauen, dass sie sich zu den Feiertagen einmal richtig ausschlafen wollen.

Weihnachten – vielleicht auch eine Zeit der (körperlichen) Liebe? Für Befragte unter 50 ist das durchaus ein Thema. Sprechen wollen aber eher die Männer darüber: Vier von zehn männlichen Befragten finden es wichtig, dass man zu den Feiertagen Zeit für guten Sex findet. Sexuelle Aktivität zu Weihnachten ist dieser Umfrage nach populärer als Wintersport. Allerdings kommt beides nicht an die Sitte heran, zu Weihnachten gut zu essen und zu trinken: Das ist zwei Dritteln der Befragten, vor allem aber denen unter 30 (in unterschiedlichem Ausmaß) wichtig.

Wobei es durchaus Weihnachtsmuffel gibt, die dem ganzen Trubel entfliehen möchten, indem sie wegfahren (für sieben Prozent sehr wichtig, für sechs weitere immerhin wichtig) – dazu kommen weitere sechs Prozent, die klipp und klar sagen: "Weihnachten ist für mich keine besondere Zeit". Diese kleine Gruppe rekrutiert sich besonders aus Leuten, die der Kirche den Rücken zugekehrt haben und politisch vermehrt im grünen oder nationalen Lager anzutreffen sind. (Conrad Seidl, derStandard.at, 24.12.2013)

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