Gelder aus vier europäischen Töpfen

23. Dezember 2013, 18:24
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Österreich liegt beim Einwerben von ERC-Grants dank internationaler Forschung im Mittelfeld "Gut im Mittelfeld".

So liegen die in Österreich arbeitenden Wissenschafter beim Einwerben von Grants des Europäischen Forschungsrates ERC. Diese Bilanz zog die österreichische Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny, die noch bis Jahresende ERC-Präsidentin ist, im November. Bis 2012 sind insgesamt hundert ERC-Förderpreise und damit 138 Mio. Euro an in heimische Forscher gegangen. Ein Hauptanteil der Gelder wurde dabei von aus dem Ausland stammenden Forschern eingeworben. So zeige sich, "dass sich Internationalisierung lohnt", sagte Nowotny. Ohne diese Grants wäre Österreich nicht im Mittelfeld, sondern abgeschlagen. Eine Steigerung der Grant-Anzahl könne man nur durch eine weitere Öffnung erzielen.

2013 sind zusätzliche ERC-Mittel dazu gekommen. Sie gingen unter anderem an den Fettforscher Rudolf Zechner von der Uni Graz, an Monika Hentzinger, Informatikerin an der Uni Wien, an den Leobener Werkstoffphysiker Reinhard Pippan, an Laszlo Erdös, Mathematiker am IST Austria, an IMBA-Direktor Josef Penninger und den Philosophen Martin Kusch von der Universität Wien. Ihre "Advanced Grants" bringen zwei bis 3,5 Millionen Euro für fünf Jahre.

Michael Obersteiner vom Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) ist Teil eines internationalen Teams, das einen mit 13,6 Mio. Euro dotierten "Synergy Grant" erhält. Mit diesen Förderungen will der ERC wegbereitende Pionierforschung von kleinen Gruppen von Forschern mit einander ergänzenden Fähigkeiten und Kenntnissen unterstützen. Anhand der Starting Grants für Jungforscher und Jungforscherinnen lässt sich auf europäischer Ebene zeigen, welche heimischen Wissenschafter sich durchsetzen können. Zwölf Förderungen gingen an fünf Molkularbiologen, vier Physiker, einen Mediziner und einen Sozialanthropologen. Nowotny sieht vor allem Schwächen in den Sozialwissenschaften.

Auch aus einem vierten ERC-Fördertopf kamen Mittel nach Österreich. Der Quantenphysiker Florian Schreck erhielt einen mit zwei Mio. Euro dotierten "Consolidator Grant". Bis Anfang Dezember war er an der Uni Innsbruck, danach übersiedelte er mit seinem Team an die Universität Amsterdam, wo er zum Professor berufen wurde.

Bei den "Consolidator Grants" handelt es sich um eine im Vorjahr neu vom ERC eingeführte Preiskategorie, um jüngeren Wissenschaftern zu ermöglichen, ihre Laufbahn unabhängig zu entwickeln und ihre selbstständige Forschungstätigkeit weiter zu konsolidieren. Ihn erhielt heuer auch der Aerosolphysiker Paul Winkler von der Uni Wien.

Nowotnys Nachfolger an der Spitze des Europäischen Forschungsrats ist ab dem 1. Jänner 2014 der französische Mathematiker Professor Jean-Pierre Bourguignon, der bisher Direktor des Institut des Hautes Études Scientifiques (IHÉS) in Paris war. Das Amt des Präsidenten wird er für vier Jahre ausüben. Mit dem Beginn des neuen EU-Rahmenprogramms, Horizon 2020, wird auch die Präsidentschaft des ERC umgestaltet. Der Posten des Präsidenten soll in Zukunft vollständig in Brüssel ausgeübt werden. (APA/red, DER STANDARD, 24.12.2013)

  • Helga Nowotny geht als ERC-Chefin.
    foto: apa

    Helga Nowotny geht als ERC-Chefin.

  • Jean-Pierre Bourguignon wird ERC-Chef.
    foto: dars/erc

    Jean-Pierre Bourguignon wird ERC-Chef.

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