Lazio-Coach Petkovic wird Schweizer Teamchef

24. Dezember 2013, 19:49
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50-Jähriger folgt statt Marcel Koller nach der WM Ottmar Hitzfeld nach - Capello verlängert in Russland

Bern - Vladimir Petkovic wird nach der Fußball-WM im Sommer Nachfolger von Ottmar Hitzfeld als Nationaltrainer der Schweiz. Das gab der Schweizer Fußball-Verband (SFV) am Montag bekannt. Petkovic (50), derzeit Betreuer von Lazio unterschrieb einen ab dem 1. Juli 2014 gültigen Vertrag über eineinhalb Jahre. Sollte er mit der Schweiz die EM-Endrunde in Frankreich 2016 erreichen, erfolgt eine automatische Verlängerung bis zum Abschluss des Turniers.

Er werde alles dafür tun, "dass Ottmar und seine Spieler die WM so konzentriert und ruhig wie möglich angehen können und nicht von der Thematik Petkovic gestört werden". Seinen Job bei Lazio werde er keine Sekunde vernachlässigen.

"Ich bin sehr stolz"

Dass der Tessiner mit bosnisch-kroatischen Wurzeln seine Amtszeit bei Lazio beenden wird und die SFV-Auswahl übernehmen könnte, zeichnete sich seit Wochen ab. Nach der Absage des österreichischen Teamchefs Marcel Koller war der frühere Trainer von Young Boys Bern zum Favoriten aufgestiegen - der Boulevard veröffentlichte den Transfer schon im vergangenen Monat als fix.

"Ich bin sehr stolz. Stolz, dass der Verband mir das Vertrauen schenkt, stolz auch, dass ich diese tolle Mannschaft in meiner zweiten, nein, meiner ersten Heimat übernehmen darf", sagte Petkovic, der in Sarajevo geboren wurde. Er habe aber 27 seiner 50 Lebensjahre in der Schweiz verbracht: "Das sagt genug darüber aus, wo ich mich heimisch fühle".

Ihn erwarte eine Menge junger und sehr talentierter Spieler, er sehe "sehr respektable Perspektiven", sagte Petkovic, der in Rom angesichts schwacher Ergebnisse stark in der Kritik steht. Italienische Medien spekulierten zuletzt bereits über seine Entlassung.

Taktiker

In der Schweiz hat sich der ehemalige Sozialarbeiter vor allem als smarter und flexibler Taktiker einen guten Namen geschaffen. Seit seinem Einstieg ins Trainergeschäft vor 16 Jahren führte er Bellinzona in die höchste Liga und 2008 in das Cupfinale. Während seiner knapp dreijährigen Zusammenarbeit mit den Young Boys formte er ein Spitzenteam, das den FC Basel hart bedrängte. In Bern stand Petkovic für die Einführung des riskanten Dreier-Abwehrsystems.

Mit der Ankunft Petkovics kommt es auch im erweiterten Trainerstab der Nationalmannschaft zu Änderungen. Michel Pont, der Assistent von Köbi Kuhn und Hitzfeld, wird sich im nächsten Juli nach 13-jährigem Engagement zurückziehen. Petkovic wird zwei seiner langjährigen Weggefährten im Nationalteam installieren: Den 47-jährigen Antonio Manicone als neuen Assistenten, Paolo Rongoni als Konditionstrainer.

Capello bleibt

Alles beim alten bleibt nach der WM beim russischen Nationalteam, Fabio Capello wird seinen Vertrag als Teamchef verlängern. Das gab Sportminister Witali Mutko bekannt. Der 67-jährige Italiener, seit Sommer 2012 im Amt, hat die russische Mannschaft nach zuvor zwei verpassten WM-Teilnahmen nach Brasilien geführt.  (sid/APA/red - 23.12. 2013)

  • Die Schweizer Höhenflüge sollen auch mit Vladimir Petkovic anhalten.
    foto: apa/epa/ferrari

    Die Schweizer Höhenflüge sollen auch mit Vladimir Petkovic anhalten.

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