Nachhaltiges zur Schoko-Weihnacht

23. Dezember 2013, 17:14
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Die Wiener Confiserie Heindl hat seine Produktion ökologisiert. Krönung ist die größte private Sonnenstromanlage von Wien

Wien - Erst die Nikoläuse und Krampusse, dann die Weihnachtsmänner und vor allem das viele Konfekt und die Geschenkkörbe für die kleinen und großen Aufmerksamkeiten zum Weihnachtsfest: In der Wiener Traditionsconfiserie Heindl lief die Produktion in den verwichenen Wochen auf Hochtouren.

Gleichzeitig werden in diesem Betrieb bei dieser Produktion aber auch von Jahr zu Jahr immer weniger Ressourcen verbraucht - und ein Gutteil der Energie kommt vom Dach: Der Strom wird in der derzeit größten privaten Photovoltaikanlage Wiens produziert - ein Kraftwerk mit einer Leistung von 130 Kilowatt Peak, für die das Unternehmen rund 280.000 Euro hinlegte.

Ein schöner Batzen Geld

Unten im Betrieb wird auf vielfältigste Weise gespart - nämlich nicht nur Ressourcen, sondern auch ein schöner Batzen Geld. Eine der Maßnahmen, die im Rahmen des ÖkoBusinessPlan-Programmes der Stadt entwickelt wurden, ist eine deutliche Reduktion des Verpackungsmaterials.

Allein im Jahr 2012 verbrauchte die Confiserie rund 44 Tonnen Kartons und etwa 11,3 Tonnen an Kunststoffen. "Wir haben unsere Abfalllogistik durch ein neues Mülltrennungssystem optimiert. Verpackungskartons und Paletten werden jetzt an unsere Lieferanten retourniert und wiederverwendet", berichtet Geschäftsführer Andreas Heindl. "Wir verzichten zusätzlich auf 60 Prozent der Kartons bei unseren Auslieferungen. Allein durch diese Maßnahmen reduzieren wir Verpackungsmaterial im großen Stil, und das zahlt sich betriebswirtschaftlich aus: Wir sparen damit Kosten in der Höhe von 12.000 Euro pro Jahr."

Eine neue Verpackungsstraße

Außerdem wurde eine nigelnagelneue Verpackungsstraße installiert - auch dies bringt der Umwelt und dem Börsel etwas: "Die Investitionen von 170.000 Euro werden sich binnen sechs Jahren amortisieren. Denn wir brauchen jetzt jährlich 553.792 Laufmeter Kunststofffolien weniger und sparen damit 28.000 Euro."

Bei einem Unternehmen wie Heindl wird im großen Stil produziert. Die Schokolade für die Pralinenhüllen beispielsweise wird in Schokoladetanks mit insgesamt 90 Tonnen Fassungsvermögen in flüssigem Zustand "gelagert" . Diese Tanks müssen wie auch die rund 500 Meter langen Schokoladeleitungen ständig warmgehalten werden. Dafür setzt Heindl die Abwärme der Kompressoren ein, die gleichzeitig auch das für die Produktion benötigte Warmwasser aufheizt.

Lichtsteuerung spart Strom

Auf allen möglichen Ebenen wird gemeinsam mit den Experten des ÖkoBusinessPlanes immer wieder Nachschau gehalten, wo noch etwas verbessert werden kann. Der Stromverbrauch im Neubau des Betriebes konnte beispielsweise mithilfe einer Lichtsteuerung reduziert werden.

"Es müssen nicht immer Investitionen im sechsstelligen Bereich sein, um ökologisch wirksam zu sein", betont Heindl. "So gelingt es uns, durch Schulungen der Mitarbeiter den Energieverbrauch zu senken oder durch die Bevorzugung regionaler Rohstoffe, etwa im Bereich Zucker und Alkohol, den ökologischen Fußabdruck der Produkte zu senken."

Optimierte Tourenplanung

Und weil sie schon mit ihrem Ökologisierungsprogramm so richtig in Fahrt waren, wurde auch noch der Heindl'sche Fuhrpark optimiert, und es wurde die Tourenplanung bei den Lieferungen optimiert. Auch hier gilt: Weniger gefahrene Kilometer schonen nicht nur die Umwelt - son- dern sparen auch entsprechend Kosten. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, 23.12.2013)

  • Nicht nur bei der Produktion der Weihnachtsmänner werden bei Heindl nun weniger Ressourcen verbraucht - und gleichzeitig Geld gespart.
    foto: frank helmrich

    Nicht nur bei der Produktion der Weihnachtsmänner werden bei Heindl nun weniger Ressourcen verbraucht - und gleichzeitig Geld gespart.

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