Kindertagesstätten-Geiselnehmer in Köln zu acht Jahren verurteilt

23. Dezember 2013, 12:33
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Opfer wurde nach zehn Stunden verletzt befreit

Köln - Der Geiselnehmer aus einer Kölner Kindertagesstätte kommt jahrelang ins Gefängnis. Das Landgericht Köln verurteilte den 47-Jährigen am Montag wegen erpresserischen Menschenraubes zu acht Jahren Haft. Der Mann hatte gestanden, im April den Leiter einer Einrichtung in Köln-Chorweiler in seine Gewalt gebracht zu haben.

Zehn Stunden lang hielt er ihm ein Messer an die Kehle und verletzte ihn mehrfach, wenn auch nicht lebensgefährlich. Dann stürmte die Polizei das Haus und befreite die Geisel.

Tat geschah am 5. April

Die Staatsanwaltschaft hatte achteinhalb Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Sie argumentierte, er habe die Tat geplant und erhebliche Gewalt angewandt. Die Verteidigung hatte lediglich um ein "gerechtes Urteil" gebeten.

In dem Prozess hatte der Leiter der Kinderbetreuungseinrichtung geschildert, wie der Angeklagte am Morgen des 5. April in der Einrichtung aufgetaucht war und zunächst vorgegeben hatte, seine Kinder anmelden zu wollen. Im Büro des Leiters zog er ein Messer. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem der Täter seinem Opfer in den Rücken und in den Oberschenkel stach. Die Kinder konnten von den Erzieherinnen in Sicherheit gebracht werden.

Drei Millionen Euro gefordert

Der Täter forderte von der Polizei drei Millionen Euro und einen Fluchtwagen. Für den Leiter begannen zehn Stunden, in denen er nach eigener Aussage um sein Leben fürchtete. Der Täter fesselte ihn und legte ihm eine Kabelschlinge um den Hals. Die letzte Eskalationsstufe bestand darin, dass er ihm mit einer Schere mehrmals in den Rücken stach. Die Schmerzensschreie sollten die Polizei davon überzeugen, dass es ihm ernst war.

Vor Gericht ließ der Angeklagte von seinem Verteidiger erklären, er habe mit dem Geld seiner Familie ein schöneres Leben bieten wollen. Nach Darstellung des Verteidigers hatte der Migrant aus der Türkei in Deutschland nie Fuß gefasst und litt unter Depressionen. Aufgrund seiner Arbeitslosigkeit und Geldnot sei er immer weiter verwahrlost und vereinsamt. Es habe "null Perspektive" für ihn gegeben. (APA, 23.12.2013)

  • Zehn Stunden lang wurde dem Leiter einer Kölner Kindertagesstätte ein Messer an den Hals gehalten.
    foto: oliver berg/dpa

    Zehn Stunden lang wurde dem Leiter einer Kölner Kindertagesstätte ein Messer an den Hals gehalten.

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