Südsudan: Armee erhält Verstärkung gegen Rebellen

23. Dezember 2013, 22:05
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Einheiten der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung in Krisenregionen entsandt

Juba - Die südsudanesische Regierung hat am Montag versucht, zwei von Rebellen gehaltene Bundesstaaten zurückzuerobern. Die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) sei Sonntagnacht (Ortszeit) nach Jonglei und ins ölreiche Unity entsandt worden, teilte die Regierung mit. Die Provinzen waren erst vorige Woche von Rebellen, die zum im Juli entlassenen Vizepräsidenten Riek Machar stehen, erobert worden.

"Die SPLM rückt vor", sagte der südsudanesische Außenminister Barnaba Marial Trotz der Truppenentsendung bliebe die Regierung gegenüber den Rebellen aber verhandlungsbereit, fügte er hinzu. Jonglei ist mit über 1,3 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste der zehn Bundesstaaten des Südsudans. Die Hauptstadtregion Central Equatoria mit Juba hat rund 1,1 Millionen Einwohner.

Bürgerkrieg droht

Hintergrund der kürzlich ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf von Präsident Salva Kiir mit seinem im Juli entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Im Südsudan leben mehrere rivalisierende Volksgruppen. Kiir gehört der größten Volksgruppe, den Dinka, an. Diese dominieren die Regierungspartei und frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung), die gegen den Sudan um die Unabhängigkeit kämpfte. Sein Rivale Machar ist dagegen ein Angehöriger der Lou Nuer. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ethnischer Gruppen ausweiten.

Dem britischen Rundfunksender BBC sagte Machar, er führe die Rebellen an. Der Bundesstaat Unity sei vollständig unter seiner Kontrolle. Zugleich erklärte er seine Bereitschaft zu Verhandlungen. Voraussetzung sei allerdings die Freilassung inhaftierter Weggefährten. Kurz nach Beginn der blutigen Unruhen waren mehrere frühere Minister festgenommen worden. Machar sei mit seiner Frau am Wochenende in das Dorf Adok in Unity geflohen, sagte Informationsminister Michael Makuei.

Treffen am Montag

Noch für Montag werde ein Treffen zwischen Kiir und Rebecca Garang erwartet, sagte Makuei. Rebecca Garang ist die Witwe des 2005 bei einem Hubschrauberunglück ums Leben gekommenen ersten südsudanesischen Präsidenten John Garang. Dieser hatte gemeinsam mit Kiir die SPLM gegründet. Seine Witwe unterstützt allerdings Machar.

UN-Sicherheitsrat tritt zusammen

Angesichts der dramatischen Lage im Südsudan erwägen die Vereinten Nationen eine Aufstockung der UNMISS-Mission für das zentralafrikanische Land. Über das Thema werde der UN-Sicherheitsrat am Abend (23.00 Uhr MEZ) auf einer Dringlichkeitssitzung beraten, teilte die französische Delegation am UN-Sitz in New York am Montag mit.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte sich zuvor für zusätzliche Truppen, Polizisten und logistische Unterstützung für den UN-Einsatz stark gemacht.

Derweil liefen die internationalen Rückholaktionen auf Hochtouren. Die Vereinten Nationen bringen alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda in Sicherheit. Der britische Außenminister William Hague rief seine Landsleute zum Verlassen des Landes auf.

Das US-Außenministerium teilte am Sonntagabend mit, man habe inzwischen etwa 380 US-Bürger und rund 300 Bürger anderer Länder ausgeflogen. Sie seien mit Charter- und Militärmaschinen nach Nairobi oder an andere sichere Orte gebracht worden. Kenia hat Truppen in die Region Jonglei entsandt, um 1.600 Kenianer heim zu holen. Deutschland hat seine Bürger bereits ausgeflogen. (APA/dpa, 23.11.2013)

  • SPLM-Soldaten in Juba
    foto: reuters

    SPLM-Soldaten in Juba

  • Kenianische Staatsbürger wurden am Sonntag aus Juba evakuiert.
    foto: ap/

    Kenianische Staatsbürger wurden am Sonntag aus Juba evakuiert.

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