Gesundstessen

22. Dezember 2013, 17:30
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Ein Pharmariese setzt auf mehr Transparenz im Pillen-Business

Kurz vor Weihnachten ist der Pharmariese Glaxo Smith Kline mit einer milden Gabe am Krankenlager von Patienten wie Krankenkassen vorstellig geworden. Der Konzern kündigt an, Ärzte nicht mehr mittels dubioser Zuwendungen dazu zu animieren, die eigenen Präparate den Produkten der Konkurrenz vorzuziehen.

Glaxo wird auch davon absehen, seine Vertreter danach zu prämieren, wie häufig die von ihnen "betreuten" Ärzte Konzernprodukte verschreiben. Selbst die Tradition, Doktoren auf Fernreisen einzuladen, weil in der Gegend gerade ein Kongress stattfindet, soll der Vergangenheit angehören.

Solche Praktiken gehen bei fast allen Pharmakonzernen bislang als honoriges Marketing durch. Was Glaxo Smith Kline nun anpackt - wohl auch, weil derartige Usancen in den USA ab kommendem Jahr publik gemacht werden müssen -, darf tatsächlich als wesentlicher Schritt zu mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Pillen-Business gelten.

Klar erhofft sich der Konzern, dass damit der Druck auf die Mitbewerber erhöht wird, solch aggressive Methoden ebenfalls sein zu lassen. Nur: Das wird alles noch dauern. Dem Patienten bleibt das beängstigende Gefühl, beim Doktor vielleicht gar nicht das bestgeeignete Medikament verschrieben zu bekommen, sondern jenes, wo der Zusatznutzen für den Arzt am größten ist. In diesem Sinn: die Feiertage zur Erholung nutzen! (corti, DER STANDARD, 23.12.2013)

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