Australien schickt Flugzeug in Walfang-Konfliktzone

22. Dezember 2013, 16:10
20 Postings

Auseinandersetzungen zwischen japanischer Fangflotte und Sea Shepherd sind in den vergangenen Jahren eskaliert

Canberra - Australien gehört zu den Staaten, denen das japanische Walfangprogramm ein ganz besonderer Dorn im Auge ist. Zugleich ist die australische Regierung darüber besorgt, dass der Konflikt zwischen Walfängern und Tierschützern in den vergangenen Jahren deutlich eskaliert ist, seit die Organisation Sea Shepherd die japanische Fangflotte behindert, wo sie nur kann.

Deshalb will Australien nun die Walfang-Region mit einem Flugzeug überwachen. Umweltminister Greg Hunt sagte am Sonntag, ein Airbus A-319 mit Vertretern der australischen Zoll- und Grenzschutzbehörde an Bord solle vor allem Zusammenstöße zwischen japanischen Walfängern und Tierschützern verhindern. Die Crew solle "die Ereignisse auf hoher See dokumentieren" und sicherstellen, dass es keine "Konflikte" gebe, sagte der Minister. Beide Konfliktparteien sollten sich darüber im Klaren sein, "dass die Welt zuschaut".

Beide Seiten haben aufgerüstet

Die japanischen Walfänger waren am Freitag zu ihrer diesjährigen Jagd in der Antarktis in See gestochen. Nach Angaben der japanischen Fischereibehörde sollen von Jänner bis März bis zu 935 Zwergwale und bis zu 50 Finnwale gefangen werden. Offiziellen Angaben zufolge befinden sich auch Beamte der japanischen Küstenwache an Bord, um die Walfänger vor möglichen Angriffen durch Aktivisten zu schützen.

Sea Shepherd hat indessen angekündigt, die Aktivitäten der Walfänger wie in den Vorjahren zu stören. Sea Shepherd hatte die japanischen Walfänger in den vergangenen Jahren immer wieder mit Störaktionen behindert - teilweise mit beachtlichem Erfolg. Die Tierschützer und die Walfänger werfen sich gegenseitig vor, wiederholt die Schiffe der Gegenseite gerammt zu haben. 2010 war ein Boot von Sea Shepherd nach der Kollision mit einem Walfangschiff gesunken. Dieses Jahr hat die Organisation vier Schiffe, einen Hubschrauber, drei unbemannte Drohnen und mehr als 100 Mann Besatzung im Einsatz.

Die Lücke im Moratorium

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell zu "wissenschaftlichen Zwecken" jagt. Es macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Meeressäuger in Geschäften und Restaurants angeboten wird und letztlich auf dem Teller landet. Zudem fragen Tierschützer seit Jahren vergeblich nach den Ergebnissen dieser intensiven "Forschung".

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt derzeit über eine Klage Australiens gegen das japanische Walfang-Programm. Mit einer Entscheidung wird Anfang 2014 gerechnet. (APA/red, derStandard.at, 22. 12. 2013)

Share if you care.