13 Angeklagte nach Brand in Textilfabrik in Bangladesch

22. Dezember 2013, 15:44
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Besitzer-Ehepaar muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten - Lebenslange Haft droht

Dhaka - Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind 13 mutmaßliche Verantwortliche wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Unter anderem müsse sich das Besitzer-Ehepaar vor Gericht verantworten, sagte am Sonntag der ermittelnde Polizeibeamte A.K.M. Mohsinuzzaman Khan. Bei dem Brand waren im November vergangenen Jahres 111 Menschen gestorben.

Unter den Angeklagten sind neben den Besitzern Delwar Hossain und Mahmuda Akter auch mehrere Wachleute und Manager der Textilfabrik Tazreen in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka. In ihr wurde Kleidung für westliche Firmen produziert, unter anderem für die Bekleidungskette C&A, die US-Supermarktkette Walmart und eine Marke des US-Rappers Sean "Diddy" Combs.

Mit der Anklage wegen fahrlässiger Tötung droht den Beschuldigten lebenslange Haft. Die Gewerkschaft der Textilarbeiter kritisierte die Anklage trotzdem als zu "lasch". "Die Besitzer waren direkt verantwortlich für die Ermordung von mehr als hundert Menschen, trotzdem werden sie nicht wegen Mordes angeklagt", sagte Gewerkschaftschef Babul Akter.

Abkommen für mehr Gebäudesicherheit

Nur fünf Monate nach dem Tazreen-Brand hatte sich in einer anderen Textilfabrik nahe Dhaka das schlimmste Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs ereignet: Im April stürzte das Fabrikgebäude Rana Plaza ein, mehr als 1.100 Menschen wurden getötet. Durch die Tragödie waren die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter in dem südasiatischen Land auch im Ausland stark in die Kritik geraten. Zahlreiche westliche Bekleidungsunternehmen unterzeichneten inzwischen ein Abkommen für mehr Gebäudesicherheit in den Produktionsstätten.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Produzent von Textilien weltweit. Die Branche beschäftigt fast vier Millionen Menschen, überwiegend Frauen. Die Fabriken produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Oft sind die Arbeitsbedingungen in den Fabriken jedoch schlecht: Lange Schichten an sechs Tagen pro Woche sind keine Seltenheit, der Lohn ist niedrig. Hinzu kommt die häufige Missachtung von Sicherheitsvorschriften in den Fabriken. (APA/AFP, 22.12.2013)

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