Schlierenzauer kann Halbzeitführung nicht halten

22. Dezember 2013, 17:48
48 Postings

Tiroler bei zweitem Engelberg-Springen schlussendlich Vierter - Stoch holt Sieg erneut nach Polen und gilt nun als Tournee-Topfavorit

Engelberg - Die Generalprobe für die 62. Vierschanzen-Tournee ist für Gregor Schlierenzauer am Engelberg-Wochenende nicht ganz nach Wunsch verlaufen. Nach Rang 27 am Vortag führte der 23-jährige Tiroler am Sonntag nach dem ersten Durchgang, fiel aber noch auf den vierten Rang zurück. Der Sieg ging zum insgesamt neunten Mal an den Polen Kamil Stoch, der als Weltcup-Leader und nun Favorit zur Tournee fährt. Stoch gewann vor dem Deutschen Andreas Wellinger (GER) und seinem am Samstag erstmals siegreichen Landsmann Jan Ziobro.

Die Tatsache, dass es diesmal für die gerade in Engelberg so erfolgsverwöhnten ÖSV-Adler keinen Stockerlplatz gab, beunruhigte Cheftrainer Alexander Pointner nicht: "Das sieht vielleicht für die Öffentlichkeit so aus. Es sind in Engelberg sehr viele positive Dinge passiert. Gregor hat geführt, da hat man sich gestern nicht sicher sein können. Aber es sind Weichen gestellt worden, die entscheidend für die Tournee waren, was die Anfahrtsposition bei Gregor betrifft", sagte Pointner.

Aufsteiger Diethart

Schlierenzauer selbst, der in Engelberg seine Weltcup-Führung an Stoch abgeben musste, war zufrieden. "Das war eine ordentliche Leistung. Skispringen kann manchmal extrem kompliziert sein, und manchmal geht es leichter. Das war ein Schritt in die richtige Richtung."

Hochzufrieden durfte Nachwuchsmann Thomas Diethart bilanzieren. Der 21-jährige Niederösterreicher, der am Samstag als Vierter bester Österreicher gewesen war, wurde diesmal Sechster und sprang sich damit auch in das siebenköpfige Aurgebot für die Tournee, die am 28. Dezember in Oberstdorf startet.

Allerdings haben die Österreicher auf jener Schanze, auf der sie schon 15 Weltcupsiege gefeiert hatten, diesmal keinen Podestplatz geschafft. Mit Wolfgang Loitzl (9.), Stefan Kraft (13.) und Andreas Kofler (14.) kamenaber immerhin fünf ÖSV-Athleten in die Top 15. "Der Rest der Mannschaft kann sich jetzt auch wieder zutrauen, dass sie aufs Stockerl springen kann. Das Vertrauen ist wieder vorhanden, das war am Anreisetag nicht so", glaubt Pointner.

Warten auf Morgenstern

Bei weiterem guten Heilungsverlauf wird auch der rekonvaleszente Thomas Morgenstern noch ins Tournee-Aufgebot rutschen. "Der Platz Morgenstern wird bis zur Qualifikation in Oberstdorf freigehalten", gab Pointner bekannt. Bei dem dreifachen Olympiasieger werden am Montag noch eine Schiene angepasst und weitere Checks gemacht. Pointner: "Das Schönste wäre, wenn es dann bereits absolut Grünes Licht geben könnte. Wenn nicht, warten wir Weihnachten ab."

Fixstarter sind Titelverteidiger Schlierenzauer sowie Andreas Kofler , Wolfgang Loitzl, Thomas Diethart, Stefan Kraft und Michael Hayböck. Letzterer hat mit drei Siegen im Kontinentalcup den siebenten Quotenplatz gesichert.

Zum Favoriten für die Tournee mauserte sich der neue Weltcup-Leader Stoch. Mit den Rängen zwei, eins, zwei und eins in den vier jüngsten Springen vor der dem ersten Saisonhöhepunkt hat er zuletzt die konstantesten Spitzenleistungen gezeigt. Und Konstanz ist bei den acht Sprüngen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen der Schlüssel zum Erfolg. (APA/red - 22.12. 2013)

  • Gregor Schlierenzauer zieht am Feldherrenhügel vorbei.
    foto: apa/epa/tischler

    Gregor Schlierenzauer zieht am Feldherrenhügel vorbei.

Share if you care.