Hamburg: Krawalle bei Demo für "Rote Flora"

Ansichtssache22. Dezember 2013, 15:41
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Hamburg - Bei Demonstrationen für den Erhalt des linken Kulturzentrums "Rote Flora" in Hamburg ist es am Wochenende zu schweren Krawallen gekommen. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte, wurden insgesamt 120 Beamte verletzt, 19 von ihnen kamen ins Krankenhaus. Das linke Spektrum sprach von rund 500 verletzten Demonstranten.

Nach Polizeiangaben hatten sich am Samstag im Schanzenviertel rund 7.300 Menschen zu einer Kundgebung für die "Rote Flora" versammelt, darunter rund 4.700 gewaltbereite Demonstranten. Bereits kurz nach Beginn der Proteste sei es zu Zusammenstößen gekommen. Die Einsatzkräfte seien gezielt mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Polizei, die mit mehr als 3.100 Beamten im Einsatz war, habe daraufhin die Kundgebung gestoppt und Wasserwerfer eingesetzt.

21 Demonstranten festgenommen

Rund zwei Stunden nach Beginn wurde die Demonstration von der Polizei aufgelöst. Anschließend kam es zu weiteren Ausschreitungen, bei denen zahlreiche Geschäfte und Polizeiwagen beschädigt sowie mehrere Fahrzeuge und Mülltonnen in Brand gesetzt wurden. Insgesamt wurden laut Polizei 21 Demonstranten unter dem Verdacht des Landfriedensbruchs vorläufig festgenommen. 320 kamen in Gewahrsam.

Die Veranstalter der Proteste warfen der Polizei einen "massiven Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern" vor. Das Vorgehen der Polizei sei der politische Versuch gewesen, "das Versammlungsrecht auszuhebeln", wie es in einer Erklärung hieß. Nach Angaben des Ermittlungsausschusses Hamburg, der Aktionen des linken Spektrums begleitet, wurden bei den Auseinandersetzungen rund 500 Demonstranten verletzt, 20 davon schwer.

Symbolprojekt der linken Szene

Die Proteste richteten sich gegen die drohende Räumung des linksalternativen Kulturzentrums "Rote Flora". Das frühere Theater im Zentrum des Schanzenviertels war 1989 besetzt worden und ist seitdem ein Symbolprojekt der linken Szene. Seit dem Verkauf durch die Stadt an einen Investor droht jedoch die Räumung. Außerdem richteten sich die Proteste gegen die Zwangsräumung der einsturzgefährdeten Esso-Häuser an der Reeperbahn sowie für ein Bleiberecht für Flüchtlinge. (APA, 22.12.2013)

foto: reuters/morris mac matzen
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foto: ap photo/dpa, axel heimken
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