Guay verhindert Norweger-Doppel auf der Saslong, ÖSV weit weg

21. Dezember 2013, 15:26
102 Postings

Kanadier fängt Jansrud noch ab und gewinnt klassische Abfahrt in Gröden - Kein Österreicher unter den ersten Zehn

Gröden - "Das war nicht schnell genug für Aksel", sagte der Norweger Kjetil Jansrud am Samstag um die Mittagszeit, nachdem er mit Bestzeit abgeschwungen hatte. Jansrud sollte sich täuschen.

Denn er war im Abfahrtsklassiker auf der Saslong sehr wohl schnell genug für seinen Landsmann Aksel Lund Svindal, der am Freitag zum dritten Mal den Super-G gewonnen und damit für den 100. Weltcupsieg in Norwegens alpiner Skigeschichte gesorgt hatte.

Um 12 Hundertstel einer Sekunde allerdings war Jansrud, der viel zu schnell für die Österreicher war, zu langsam für den Kanadier Erik Guay, der sich seinen vierten Weltcupsieg nahm, den zweiten in der Abfahrt.  Das kam insofern nicht überraschend, als Guay, der Weltmeister von 2011, der Schnellste im Abschlusstraining war. Dazu leben die Norweger und die Kanadier in Trainingsgemeinschaft. Guay siegte vor Jansrud, dem Franzosen Johan Clarey und Svindal, der seine Führung im Gesamtweltcup nach elf Rennen auf Titelverteidiger Marcel Hirscher auf 175 Punkte ausbaute.  

Hirscher ist am Sonntag wieder im Einsatz, beim Riesenslalom in Alta Badia, und wie immer ist es ihm zuzutrauen, der bei den Speedrennen in Gröden so leidenden österreichische Skiseele Trost zu verschaffen.

Bester des ÖSV-Teams in der Abfahrt war Max Franz als Elfter unmittelbar vor Georg Streitberger. Das war sogar eine Steigerung im Vergleich zur vorjährigen Abfahrt in Gröden, in der Joachim Puchner als bester ÖSV-ler 13.  geworden war. Aber im Vorjahr spielte das Wetter dem einen oder anderen übel mit und dem US-Amerikaner Steven Nyman in die Karten, auf dass er das Rennen zum zweiten Mal nach 2006 gewinnen konnte. Heuer zeigte Nyman einen spektakulären Rodeoritt auf den Wellen der Ciaslat-Wiese und schied aus. Diesmal waren Wetter und Piste tadellos. Dass sich die Skifahrer einen großen Teil des Rennens in der Luft befinden, liegt am Charakter der Strecke.

Der bisher letzte Sieg für den ÖSV gelang vor einem knappen Jahr Hannes Reichelt in Bormio.  Reichelt fuhr heuer in Beaver Creek als Zweiter aufs Podium, Nämliches schaffte Klaus Kröll in Lake Louise.

"Geschlossen hinten"

"Wir haben eine, geschlossene Mannschaft", kommentierte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel das für die österreichische Skifahrt betrübliche Ergebnis, "leider waren wir geschlossen hinten." Schröcksnadel sagte auch, dass ihm die Mannschaft gefalle, "nur die Resultate gefallen mir nicht." Schuld daran war beispielswese die Ciaslat-Wiese. "Wir müssen lernen, wie man dort fährt", regte der Präsident an. Schuld sind auch die Olympischen Spiele im Februar in Sotschi, denn die Qualifikation für dieselben nehme den Läufern die Lockerheit.

"In Bormio schaut’s wieder anders aus", sagte Schröcksnadel trozzudem. Die nächste und letzte Abfahrt des Jahres wird am 29. Dezember auf der Stelvio gegeben. Zumindest bis dahin muss das österreichische Speed-Team weiter auf den ersten Sieg warten. (Benno Zelsacher, derStandard,at - 21.12. 2013)

  • Eric Guay fängt den lange führenden Kjetil Jansrud mit einem immens starken Finish im unteren Teil der Saslong noch ab.
    foto: apa/epa/onorati

    Eric Guay fängt den lange führenden Kjetil Jansrud mit einem immens starken Finish im unteren Teil der Saslong noch ab.

  • Vierter Weltcupsieg für das Ahornblatt.
    foto: ap/trovati

    Vierter Weltcupsieg für das Ahornblatt.

  • Zum abwinken: Romed Baumann als pars pro toto der ÖSV-Abfahrer.
    foto: apa/epa/ferrari

    Zum abwinken: Romed Baumann als pars pro toto der ÖSV-Abfahrer.

Share if you care.