Keine Vorfälle bei Parlaments- und Präsidentenwahl in Madagaskar

21. Dezember 2013, 09:53
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Wahlgang soll Ausweg aus politischer Krise weisen

Antananarivo - Vier Jahre nach dem Sturz von Präsident Marc Ravalomanana sind in Madagaskar das Parlament und der Präsident neu gewählt worden. Der Wahlgang, der einen Ausweg aus der jahrelangen Krise im verarmten Inselstaat bringen soll, verlief ohne Zwischenfälle, wie Wahlbeobachter am Freitag mitteilten. Weder Ravalomanana noch sein langjähriger Rivale Andry Rajoelina waren zur Wahl zugelassen.

Nach der mehrfach verschobenen ersten Runde vor acht Wochen standen sich Ravalomananas Schützling Robinson Jean Louis und Hery Rajaonarimampianina gegenüber. Dieser steht dem seit dem Putsch 2009 amtierenden Übergangspräsidenten Rajoelina nahe. Jean Louis erreichte im ersten Wahlgang gut 21 Prozent der Stimmen, Rajaonarimampianina knapp 16 Prozent. Mit ersten Ergebnissen der Wahlen wird am Wochenende gerechnet.

Niedrige Wahlbeteiligung

Die Wahlen sollen den verarmten Inselstaat im Indischen Ozean aus der politischen und wirtschaftlichen Krise führen, in die er durch den Putsch gestürzt worden war. Insgesamt waren 7,9 Millionen Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen. Ersten Angaben zufolge war die Beteiligung eher niedrig. Dafür gab es jedoch keine nennenswerten Zwischenfälle, wie die Wahlbeobachter des Carter Center und der Europäischen Union mitteilten.

Keine Beweise für Fälschungen

Beide Seiten warfen sich aber gegenseitig Betrugsversuche vor. Sprecher der Kandidaten erklärten, vor der Wahl Stimmzettel entdeckt zu haben, bei denen jeweils der andere Kandidat angekreuzt worden war. Die UNO-Vertreterin in Madagaskar, Fatma Samoura, sagte jedoch, zwar gebe es viele Gerüchte, jedoch bisher keine Beweise für massive Fälschungen. Der erste Wahlgang am 25. Oktober war mit Ausnahme einiger Gewalttaten im Wesentlichen ruhig verlaufen.

Der Präsidentschaftskandidat Rajaonarimampianina kündigte an, sich im Falle eines Wahlsiegs für Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Stabilität einzusetzen. "Ich werde einen Rechtsstaat und eine gute Regierungsführung einführen", sagte er in einem Interview. Zudem wolle er für eine "gewisse wirtschaftliche Stabilität" sorgen. Die drängendsten Probleme, die er als Präsident angehen wolle, lägen im sozialen Bereich: "Bildung, Gesundheit und vor allem Ernährung."

Der Übergangsregierung stellte Rajaonarimampianina, der vor seiner Kandidatur das Amt des Finanzministers innehatte, ein gutes Zeugnis aus: "Nach meiner Ansicht gibt es keinen Grund, sich für etwas zu schämen." Von dem illegalen Geschäften mit Rosenholz und Edelsteinen, die Rajoelinas Vertrauten angelastet werden, habe er nichts mitbekommen. Der Präsidentschaftskandidat präsentierte sich als "frische Kraft" und als "einigender Kandidat". (APA, 21.12.20139

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