UNO fürchtet neuen Angriff im Südsudan

21. Dezember 2013, 08:21
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Angst vor Angriff auf UN-Lager in Bor, das von 3.000 Kämpfern bedroht werde - USA schicken Sondergesandten

Juba/New York - Die Vereinten Nationen gehen von zumindest elf getöteten Zivilisten bei einem Angriff auf eine Blauhelm-Basis in der Provinz Jonglei im Südsudan aus. Zuvor hieß es, man befürchte 36 zivile Opfer. Auch warnt der französische Botschafter in New York, Gerard Araud, am Freitag vor einem ähnlichen Angriff im Ort Bor, wo 14.000 Menschen neben einer UN-Basis kampieren.

Rund 2.000 Angehörige der Ethnie der Lou Nuer stürmten am Donnerstag eine UNO-Basis im Ort Akobo in Joglei und töteten dort zwei Blauhelme und weitere Zivilisten der Dinka-Volksgruppe, die sich dorthin vor der Gewalt geflüchtet hatten. In New York versucht man noch immer die genaue Zahl der Opfer herauszufinden. Die Regierung in Juba spricht von 54 Toten.

Weiteres Lager bedroht

In Bor könnte nun eine neu Bluttat bevorstehen. Das UNO-Lager dort werde von zwei- bis dreitausend schwer bewaffneten Kämpfer bedroht, sagte Araud. Es stehe ähnliches wie in Akobo zu befürchten. Insgesamt sind nach UNO-Angaben in mehreren Basen im ganzen Land zwischen 35.000 und 40.000 Menschen verschanzt.

Zuvor hatte der Vize-Chef des UN-Peacekeeping, Edmond Mulet, den Sicherheitsrat über die Vorgänge informiert. Dieser warnte davor, die Ressourcen der rund 6.800 Blauhelme und 700 internationalen Polizeikräfte seien begrenzt. "Wir versuchen, eine politische Lösung herbeizuführen - das Kämpfen zu stoppen, bevor die Lage außer Kontrolle gerät", sagte Mulet.

USA schicken Sondergesandten Booth

Die USA wollen im Konflikt im Südsudan vermitteln. Außenminister John Kerry sagte zum Wochenschluss, dass die USA den Sondergesandten Donald Booth in die Region entsenden wollten. Der für den Sudan und Südsudan zuständige Botschafter solle mit den verfeindeten Lagern Gespräche führen. "Die Gewalt muss ein Ende haben, der Dialog muss intensiviert werden", ergänzte Kerry. Die Afrikanische Union hat bereits mehrere Außenminister ostafrikanischer Staaten als Schlichter in das Land geschickt, um einen Bürgerkrieg zu verhindern.

Bürgerkrieg droht

Am vergangenen Sonntag waren erstmals Kämpfe in der Hauptstadt Juba ausgebrochen und verbreiteten sich rasch über andere Gebiete, angetrieben von ethnischen Zwistigkeiten. Der südsudanesische Präsident Salva Kiir, ein Mitglied der Dinka-Volksgruppe, beschuldigt seinen im Juli abgesetzten Stellvertreter Riek Machar, einen Nuer, eine gewaltsame Machtübernahme zu versuchen. 

Der Machtkampf zwischen dem Präsidenten und seinem ehemaligen Stellvertreter droht zu einem Bürgerkrieg zwischen verfeindeten Volksgruppen auszuwachsen. Seit dem Wochenende kamen Hunderte Menschen ums Leben. Die Kämpfe haben sich inzwischen auf die Teile des Landes ausgeweitet, in denen Öl produziert wird. (APA/Reuters, 21.12.2013)

  • Regierungssoldaten in Juba.
    foto: apa/epa/dhil

    Regierungssoldaten in Juba.

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