Durchsuchung bei Sevelda: Redakteursausschuss des "Kurier" hinterfragt "Nicht-Berichterstattung"

20. Dezember 2013, 16:30
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Will "Diskussion über Weisungen der Chefredaktion" 2014 "natürlich" weiterführen

Der Redakteursausschuss des "Kurier" bat die Chefredaktion um Stellungnahme zur Nicht-Berichterstattung über die Hausdurchsuchung bei Raiffeisen-International-Chef Karl Sevelda – viele andere Zeitungen berichteten. Erst Freitag kam der Vorgang über eine Reaktion von RZB-Chef Walter Rothensteiner dort ins Blatt. Raiffeisen hält eine knappe Mehrheit am Kurier. Der Ausschuss wird "die Diskussion über Weisungen der Chefredaktion" 2014 "natürlich" weiterführen. schrieb er in einem internen Rundmail an die "Kurier"-Journalisten.

Die STANDARD-Anfrage nach einer Weisung dazu (und allfälligen weiteren, die der Redakteursausschuss diskutieren will) beantwortet "Kurier"-Herausgeber Helmut Brandstätter nicht. Er erklärt allgemeiner dazu: "Wir haben journalistische Standards. Das Abschreiben von Krone-Sudelgeschichten gehört nicht dazu. Die 'Krone' selbst hat eingesehen, dass interne Familienstreitereien nicht tauglich für einen Aufmacher sind. Ich werde auch künftig auf gut recherchierte Stories bestehen. Wie wir das im Fall Stepic gezeigt haben. Deshalb ist der 'Kurier' auch das am meisten zitierte Medium des Landes."

Gegenangriff

Und Brandstätter setzt auch hier, wie meist, gleich einmal zum Gegenangriff an: "Ich recherchiere gerade eine Story, welche Zeitungen ein Redakteursstatut haben. Bitte um Zusendung des Statuts des STANDARD." DER STANDARD hat bisher kein Redakteursstatut. Den Bericht des STANDARD über die Forderung der "Wirtschaftsblatt"-Belegschaft nach einem Redakteursstatut, findet Brandstätter "höhnisch".

Eine mögliche Alternative zum Berichten ist Nicht-Berichterstattung über Themen, die auch das eigene Unternehmen betreffen. (fid, derStandard.at, 20.12.2013)

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