Keine Touristen, Warnung vor Flüchtlingen: Pausentag in Gozo

Blog20. Dezember 2013, 15:23
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Auf der idyllischen Insel nahe Malta warnen uns Fischer vor unbeleuchteten Flüchtlingsbooten

Nach den Tagen in Malta tut der Tag Pause auf Gozo gut. Wir liegen im Hafen von Mgarr, von wo aus wir die Insel erkunden. Dreißigtausend Menschen leben hier, die Hauptstadt der Insel leistet sich zwei Opernhäuser, die in einem skurrilen Wettstreit stehen. Terrassenartig wird jeder freie Fleck für Landwirtschaft genutzt, sogar einen kleinen Flusslauf entdecken wir. Über jedem Winkel der Insel thronen übermächtige Kirchen, durchaus furchteinflößend.

Die Menschen sind entspannt, viele lächeln gelassen, was uns im Gegensatz zu Malta tatsächlich auffällt, so wie die saftigen Grünflächen zwischen den Ortschaften. Wir begegnen einigen Engländern, die auf Gozo überwintern und einer Gruppe junger Malayen, die in Krakau studiert und der Kälte für einige Tage entflohen ist. Viele Appartments stehen leer und bei manchen habe ich den Eindruck, dass sie dies nicht nur auf Grund der fehlenden Touristen tun.

Warnung vor Booten

Abends kehren wir in der "Gleneagels Bar" am Hafen ein, ein ziemlich atmosphärischer Platz. Zwei Bauarbeiter betreten das Lokal, ein paar Fischer sitzen in der Bar. Es könne sein, dass wir ihnen auf unserer Überfahrt nach Lampedusa begegnen, sagt einer während er lacht. Das Wetter ist laut dem Mann gut, um Lampuki zu fangen, eine höchst empfehlenswerte Delikatesse der maltesischen Gewässer, was ich nur bestätigen kann.

Auf Boote sollen wir aufpassen, besonders in der Nacht, sagt einer, ohne dass ich danach gefragt hätte. Bei dem ruhigen Wetter könne es gut sein, dass sich wieder Flüchtlinge von Libyen aus auf den Weg machen und ihre Boote seien in der Regel nicht beleuchtet. (Fabian Eder, derStandard.at, 20.12.2013)

  • Die vielen Kirchen können mitunter furchteinflößend sein.
    foto: fabian eder

    Die vielen Kirchen können mitunter furchteinflößend sein.

  • Touristen sieht man auf Gozo fast keine.
    foto: fabian eder

    Touristen sieht man auf Gozo fast keine.

  • Die "Gleneagels Bar" ist ein sehr idyllischer Platz.
    foto: fabian eder

    Die "Gleneagels Bar" ist ein sehr idyllischer Platz.

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