Londoner Theater werden nach Deckeneinsturz auf Sicherheit überprüft

20. Dezember 2013, 17:02
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Spekulationen um Wassereintritt als Ursache - Am Freitag noch zwei Verletzte im Krankenhaus

London - Einen Tag nach dem verheerenden Deckeneinsturz im Londoner Apollo-Theater mit Dutzenden Verletzten haben Experten am Freitag mit der Suche nach der Ursache begonnen. Als erste Konsequenz aus dem Drama gab der zuständige Stadtrat von Westminster bekannt, dass alle historischen Theater in der Londoner Innenstadt als "Vorsichtsmaßnahme" auf ihre Sicherheit hin überprüft werden.

Erste Untersuchungen durch Sachverständige hätten ergeben, dass die Deckenstruktur im Apollo-Theater stabil war, sagte Ratssprecherin Nicola Aiken. Es sei "nur Putz" von der Decke gefallen. Bei dem Unglück am Donnerstagabend waren knapp 80 Theaterbesucher durch herabstürzende Trümmer verletzt worden, sieben von ihnen schwer. Nach jüngsten Angaben von Rettungskräften waren am Freitag noch zwei Verletzte im Krankenhaus.

Nahezu volles Theater

Das Deckenteil stürzte mitten in einer Vorstellung in dem mit 720 Besuchern nahezu voll besetzten Theater ein. Unter ihnen waren viele Familien mit Kindern. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Demnach fielen rund zehn Quadratmeter Gipsputz von der Stuckdecke des mehr als 100 Jahre alten Theaters herab

"Schockierender Zwischenfall"

Die Besitzer des Apollo-Theaters, Nimax Theatres, sprachen am Freitag von einem "schockierenden Zwischenfall". Die Vereinigung der Theaterbetreiber, die Society of London Theatre, warnte vor voreiligen Schlüssen über die Sicherheit der älteren Londoner Theater. Die Sicherheitsauflagen seien strikt und würden rigoros befolgt. "Unsere Theater in London haben jeden Abend mehr als 32.000 Gäste. Alle Theater nehmen die Sicherheit ihrer Zuschauer, Darsteller und Angestellten sehr ernst", hieß es in einer Mitteilung der Vereinigung.

Spekulationen in Medien

In britischen Medien gab es am Freitag Spekulationen, dass der Einsturz möglicherweise durch das Eindringen von Wasser durch Risse im Dach ausgelöst worden sein könnte. Kurz vor der Vorführung war ein schweres Gewitter über die Stadt niedergegangen. Auch der Aspekt der vorherrschenden Wetterbedingungen werde Teil der Untersuchungen sein, versicherte Ratssprecherin Aiken.

Krachen "Teil des Theaterstücks"

"Wir hörten ein Krachen in der Decke und dachten, das gehört zum Theaterstück", berichtete ein Augenzeuge. "Die Schauspieler zeigten auf die Decke, dann brach Panik aus." Danach seien Steine, Gipsputz und Holzteile in den Raum gestürzt. Dann sei das Licht ausgegangen, und eine dichte Staubschicht legte sich auf den Zuschauerraum.

Besucher, die das Stück "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time" ("Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone") nach dem gleichnamigen Bestseller von Mark Haddon sahen, berichteten mehreren britischen Medien, vor dem Einsturz Tropfgeräusche, aber auch Rieseln und Knarren gehört zu haben. In den oberen Rängen hätten dann reihenweise Zuschauer ihre Plätze verlassen. Viele glaubten zunächst, der Krach sei Teil der Vorstellung. Trotz Panik sei die Evakuierung ruhig verlaufen.

Der britische Premierminister David Cameron dankte den Rettungskräften via Twitter für ihren raschen Einsatz. Die ersten von ihnen trafen laut London Ambulance Service binnen drei Minuten am Theater ein. Der Notruf ging demnach etwa um 20.10 Ortszeit ein.

Die meisten Opfer erlitten Kopfverletzungen und Schnittwunden durch herabstürzenden Gipsputz und Holzbrocken. Viele wurden vor Ort und in benachbarten Theatern von Sanitätern behandelt. Londoner Busse wurden zum Transport der Verletzten eingesetzt. Premierminister David Cameron dankte den Rettungskräften für ihren schnellen Einsatz. Bürgermeister Boris Johnson sprach von einem "unglaublichen" Einsatz der Rettungskräfte unter äußerst schwierigen Umständen. (APA, 20.12. 2013)

  • Feuerwehr und Rettungskräfte im Großeinsatz.
    foto: ap/lipinski

    Feuerwehr und Rettungskräfte im Großeinsatz.

  • Artikelbild
    grafik: apa
  • Hilfe für Verletzte.
    foto: epa/facundo arrizabalaga

    Hilfe für Verletzte.

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  • Viele dachten zunächst, der Lärm und der Nebel seien Teil der Bühnenshow.
    foto: epa/facundo arrizabalaga

    Viele dachten zunächst, der Lärm und der Nebel seien Teil der Bühnenshow.

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