Gratis-Zahnspange: Finanzierung noch unklar

19. Dezember 2013, 19:12
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Kostenlose Zahnregulierung für Kinder soll bis 2018 kommen - Skepsis wegen Qualität

Wien - Zähnefreundliche Zuckerln aus dem Wahlkampf fanden den Weg ins Regierungsprogramm - und sorgen bei Kieferorthopäden für Irritationen. Die Rede ist von Zahnspangen auf Kassenkosten für Kinder und Jugendliche. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) glaubt an eine Verwirklichung bis spätestens 2018 - die Finanzierung steht aber noch nicht.

Er werde die Gratis-Zahnregulierungen in den Budgetverhandlungen thematisieren, erklärte der Minister am Donnerstag. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, seinen Plan mit einer Erhöhung der Tabaksteuer umsetzen zu wollen, die Einnahmen daraus sind aber nicht zweckgewidmet. Die Ausgaben werden auf jährlich bis zu 150 Millionen Euro geschätzt.

Die Kieferorthopäden machten am Donnerstag darauf aufmerksam, dass es zwar seit 30 Jahren eine dreijährige Vollzeitausbildung in Kieferorthopädie gibt, die an das Zahnmedizinstudium anschließt - dennoch ist jeder Zahnarzt auch ohne diese befugt, Zahnregulierungen anzufertigen. Die Kieferorthopäden fordern daher, dass ein Zuschuss für Zahnspangen "an eine zeitgemäße Beurteilung des tatsächlichen medizinischen Behandlungsbedarfs gebunden wird", wie Martin Brock, Präsident des Verbands Österreichischer Kieferorthopäden, am Donnerstag erklärte. Brock warnt vor "einem massiven Anstieg von Zweitbehandlungen" und "unkalkulierbaren Kosten", wenn man keine qualitätssichernde Maßnahmen setze.

Für Kinder und Jugendliche ist im Gesundheitsbereich auch die Abschaffung des Spitalskostenbeitrags geplant, und bis 2015 soll ein Konzept für die Kinder- und Jugendpsychiatrie stehen. Einen Jugend-Pass (zur Förderung von Bewegung und Ernährung) will Stöger einführen sowie den Mutter-Kind-Pass weiterentwickeln. In Letzterem steht bereits eine kostenlose Hebammen-Beratungsstunde für Schwangere. Die Tarifverhandlungen darüber laufen allerdings noch. Vonseiten der Hebammen heißt es aber, es gehe nur noch um Details. (spri, DER STANDARD, 20.12.2013)

  • Der Plan für Zahnspangen auf Kassenkosten wird von Kieferorthopäden kritisch beäugt.
    foto: standard/cremer

    Der Plan für Zahnspangen auf Kassenkosten wird von Kieferorthopäden kritisch beäugt.

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