Spinnen-Männchen besänftigen Weibchen mit spezifischen Vibrationen

19. Dezember 2013, 19:01
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Charakteristische Schwingungen verhindern offenbar, dass Spinnen-Weibchen paarungsbereite Männchen mit Beutetieren verwechseln

Sydney - Spinnen-Männchen besänftigen ihre Weibchen mit ganz spezifischen Vibrationen am Netz, bevor sie sich ihnen nähern. Das ist nötig, denn die Weibchen sind oftmals sehr aggressiv und verwechseln ihre Männchen zuweilen mit Beutetieren. Die Reaktionen der Weibchen auf die Vibrationen haben nun zwei Forscherinnen der Macquarie University in Sydney untersucht.

Wie die Expertinnen Anne Wignall und Marie Herberstein im Fachjournal "Scientific Reports" berichten, bremsten die charakteristischen Schwingungen bei der Spinnenart Argiope keyserlingi die Aggressivität der Weibchen, selbst wenn zeitgleich ein echtes Beutetier im Netz zappelte. 

Entscheidende Intensität

Männliche Argiope-Spinnen produzieren die typischen Vibrationen innerhalb von Sekunden nachdem sie das Netz eines Weibchens betreten haben. Sie schaukeln dabei ein mehrmals heftig auf dem Netz auf und ab. Die beiden Forscherinnen hatten in einer früheren Untersuchung bereits gezeigt, dass Männchen, die weniger heftig vibrieren eher Opfer von Weibchen werden als solche, die vehementer vorgehen. In der jetzt vorgestellten Untersuchung testeten sie, inwieweit die Schwingungen die Aggressivität der Weibchen tatsächlich mildern.

Sie zeichneten dazu zunächst per Vibrometer die von fünf Spinnen-Männchen produzierten Vibrationen auf. Mit einem Schüttelapparat erzeugten sie hinterher identische Vibrationen, die sie in den anschließende Versuchen einsetzten. Dabei setzten die Forscherinnen eine lebendige Grille ins Netz eines Weibchens.

Kurzes Zeitfenster

Es zeigte sich, dass die Weibchen viel später auf die Grille reagierten, wenn sie die charakteristischen Vibrationen wahrnahmen. Unspezifische Vibrationen zeigten diese Wirkung nicht. Vollständig unterbunden wurden die Angriffe allerdings nicht. Die Vibrationen verschafften den Männchen genügend Zeit, zur Mitte des Netzes vorzudringen ohne sofort einen Angriff des Weibchens zu provozieren, vermuten die Wignall und Herberstein. Dort könnten dann andere Signale zum Einsatz kommen, die dem Weibchen weitere - besänftigende - Informationen übermittelten.

Anschließend wiederholten die Forscherinnen den Versuch bei einer verwandten Spinnenart. Die gleichen Vibrationen bremsten auch hier die Aggressivität des Weibchens. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass das Vibrationssignal nicht einfach nur die Identität des Männchens als Artgenosse übermittelt. Vielmehr scheint es ein evolutionär stabiles und verbreitetes Signal zu sein. (APA/red, derStandard.at, 19.12.2013)

  • Für Männchen der Spinnenart Argiope keyserlingi sind Vibrationen mitunter überlebenswichtig.
    foto: scientific reports

    Für Männchen der Spinnenart Argiope keyserlingi sind Vibrationen mitunter überlebenswichtig.

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