Gen identifiziert, das Energieverbrauch von braunen Fettzellen ankurbelt

29. Dezember 2013, 18:00
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Entdeckung könnte für die die Behandlung von Adipositas und Diabetes relevant sein

Graz - Der menschliche Körper weist neben weißem Fettgewebe in geringerer Menge auch braunes Fettgewebe auf. Im Gegensatz zum weißen Fett sind im braunen Mitochondrien besonders zahlreich vorhanden und sorgen auch dafür, dass Energie in Form von Wärme abgegeben werden kann; Je mehr braunes Fett ein Erwachsener hat, desto schlanker ist er. Forscher der TU Graz haben nun in braunen Fettzellen ein Gen identifiziert, das den Energiestoffwechsel ankurbelt und damit einen Schritt Richtung therapeutische Ansätze für die Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes getan. Ihre Entdeckung veröffentlichten die Wissenschafter im Fachmagazin "Journal of Biological Chemistry".

Braunes Fettgewebe hat die Eigenschaft, durch Oxidation von Fettsäuren Wärme erzeugen und damit Energie verbrennen zu können. "Braunes Fett gilt als 'Fettverbrennungsfett' und zeichnet sich durch eine besonders hohe Anzahl von Mitochondrien aus. Diese Zellkraftwerke sorgen für den hohen Energieumsatz der braunen Fettzellen", erläutert Juliane Bogner-Strauß vom Institut für Biochemie der TU Graz. 

Mitochondrien als Schlüssel

Bei der vergleichenden Genanalyse von braunen Fettzellen fettleibiger und schlanker Mäuse machten die Wissenschafter eine interessante Entdeckung. Die Untersuchung eines Gens, dass das Protein NAT8L codiert, zeigte sich: NAT8L kurbelt die Aktivität des braunen Fetts zusätzlich an und sorgt für einen erhöhten Energiestoffwechsel. "Je mehr von dem Protein vorhanden ist, desto mehr Mitochondrien finden sich in den Fettzellen und lassen diese noch 'brauner' erscheinen. Außerdem ist der Fett- und Energiestoffwechsel in diesen Zellen stark erhöht", so Bogner-Strauß.

Die Forscher wollen jetzt herausfinden, welchen Auslöser es braucht, um NAT8L trägt zu aktivieren. Langfristig könnte auf Basis des Proteins ein entsprechendes Therapeutikum gegen Fettleibigkeit und Diabetes entwickelt werden. (red, derStandard.at, 29.12.2013)

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