Lumia 1520 im Kurztest: Wie alltagstauglich ist der 6-Zoll-Riese?

31. Dezember 2013, 10:55
105 Postings

Windows Phone 8 macht sich gut auf größeren Bildschirmen

Seit einigen Wochen ist Nokias Phablet Lumia 1520 in Österreich verfügbar. Das sechs Zoll große Smartphone ist das größte Gerät in Nokias Repertoire und ist im Gegensatz zu seinen kleineren Geschwistern glossy. Die Farbauswahl hat Nokia beibehalten, das Gerät gibt es in Rot, Weiß, Schwarz und Gelb. Der WebStandard hat es einem Kurztest unterzogen, in dem der Fokus auf die Alltagstauglichkeit gelegt wurde.

Der erste Eindruck

Es handelt sich bei Nokias neuem Gerät um ein großes Smartphone, das ist kaum zu übersehen. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass Microsofts Windows Phone durchaus Vorteile auf einem großen Gerät bietet: Auf dem Startbildschirm können noch mehr Kacheln angeordnet werden, das Runterscrollen wird auf einem größeren Gerät also obsoleter. Die glänzende Oberfläche wirkt erstmals etwas abschreckend, da sofort Fingerabdrücke darauf zu sehen sind, im Endeffekt ist es aber etwas anderes als das übliche Gehäuse, das man von anderen Herstellern kennt. Mit einer Hand ist das Gerät jedenfalls nicht bedienbar, allerdings wird beim ersten Griff zum Gerät überraschend festgestellt, dass es für seine Größe ziemlich leicht ist.

Das Innere

Das Phablet kann durchaus mit anderen Smartphones mithalten. Die konkreten Spezifikationen: Ein 6-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1080 x 1920 Pixel, ein Snapdragon 800 als Prozessor, getaktet mit 2,2 GigaHertz (vier Kerne). Die Kamera ist mit 20 Megapixel ausgestattet, bei einer Sensorgröße von 1 / 2.5 Zoll, das Ganze ausgestattet mit Nokias PureView Technologie. Auf der Vorderseite befindet sich eine 1,2-Megapixel-Kamera, was wohl für einfache Selfies oder Videochats ausreicht, auch wenn es natürlich nicht die beste Kameraausstattung ist. Als Arbeitsspeicher stehen zwei Gigabyte zur Verfügung, der interne Speicher beträgt 32 Gigabyte, bis zu 64 Gigabyte sind mit microSD-Karte zu erreichen.

Die Software

Windows Phone 8 ist auf großen Geräten durchaus ein Vorteil, die Kachelansicht macht sich bezahlt: Viele Elemente sind auf dem großen Bildschirm möglich, was die Bedienung erleichtert und auch einige Spielereien ermöglicht. Recht viel Neues gibt es dabei nicht, anzumerken seien aber Nokias eigene Foto-Anwendungen.

Fotos

Erwartungsgemäß ist Nokias Smartphone-Kamera sehr gut. Der Auslöser funktioniert sehr schnell, die Qualität ist auch bei dunkleren Lichtverhältnissen bemerkenswert, insgesamt also etwas, das man getrost mit einem "sehr gut" abstempeln kann. Mit Nokias Software "Pro Cam", dem Cinemagraph und dem Creative Studio lassen sich Videos und Fotos auch einfach und schnell bearbeiten.


Zum Vergrößern draufklicken

Zum Vergrößern draufklicken
Ein Vergleich: links ein Foto vom Lumia 1520, rechts eines mit dem iPhone 5

Im Alltag

In die Hosentasche einstecken kann man das Smartphone nicht. Dafür braucht es schon eine Handtasche, weshalb wohl eher Frauen zu dem Gerät greifen werden. Zwangsläufig muss man sich die Frage stellen, wann Nokia ein Tablet rausbringen wird, immerhin macht sich Microsofts Windows Phone auf großen Bildschirmen sehr gut. Wer auf große Smartphone steht, wird mit dem Gerät jedenfalls seine Freude haben. Telefonieren sieht mit dem Lumia 1520 etwas merkwürdig aus, in etwa so, wie Menschen, die mit einem iPad fotografieren. Da große Geräte aber im Kommen sind, wird das wohl nur eine Frage der Gewohnheit sein. Für den Alltag taugt das Gerät trotz seiner Größe trotzdem, immerhin ist das Gewicht ziemlich gering für die Größe.

Fazit

Als ein wirklich großer Pluspunkt ist das Gewicht des Sechszollers anzusehen. Bei dieser Größe rechnet man automatisch mit etwas viel schwererem, vor allem hat Nokia in der Vergangenheit nicht gerade Leichtgewichte präsentiert. Für Liebhaber großer Smartphones ist das Gerät jedenfalls eine gute Alternative zu Samsung-Geräten oder anderen Androiden. Die Software ist für größere Geräte jedenfalls ideal. Einen Minuspunkt gibt es allerdings, dass sich das Gerät wirklich nicht mehr einstecken lässt, eine Tasche wird dafür notwendig. Dafür macht das Gerät aber auch wirklich gute Fotos. Beim Preis muss man wohl etwas reinbeißen, es ist ab 700 Euro zu haben. (Iwona Wisniewska, derStandard.at, 31.12.2013)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testgerät wurde der Redaktion für einen begrenzten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt

  • Nokias Phablet ist 6 Zoll groß
    foto: derstandard.at/wisniewska

    Nokias Phablet ist 6 Zoll groß

  • Anders als viele andere Smartphone-Gehäuse ist es glossy, also glänzend
    foto: derstandard.at/wisniewska

    Anders als viele andere Smartphone-Gehäuse ist es glossy, also glänzend

  • In einer Hand liegt es gut, mit dem Daumen ist es dann aber nicht mehr bedienbar
    foto: derstandard.at/wisniewska

    In einer Hand liegt es gut, mit dem Daumen ist es dann aber nicht mehr bedienbar

Share if you care.