Zu guter Letzt ein offenes Schutzhaus

27. Dezember 2013, 18:23
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Von Stössing führt über das ehemalige Kloster Hochstraß eine Runde auf den Hegerberg - Dort wartet eine warme Stube

Durchgehend geöffnete Schutzhäuser sind im Wienerwald eine Rarität geworden. Auf dem Hegerberg findet der Wanderer aber auch in der kalten Jahreszeit immer einen warmen Rastplatz, der sogar mit einer beachtlichen Speisekarte aufwartet. Die Route führt über freie Flächen, von denen man eine beeindruckende Fernsicht zum Schöpfl und zum Gföhlberg sowie zu vielen Erhebungen der Voralpen genießt. Auch Schneeberg, Rax und Ötscher zeigen sich an einigen Stellen.

Leider gibt es die vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Gipfel des Hegerbergs errichtete Aussichtswarte schon lange nicht mehr, sodass man auf einen Rundblick verzichten muss. Dabei wäre es sehr einfach gewesen, die auf dem höchsten Punkt stehende Fernsehanlage mit einer Aussichtsplattform zu versehen.

Schulschluss im Kloster

Das auf dem Weg liegende und 1895 gegründete Kloster Hochstraß ist aufgelassen. Die Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe unterhielt dort durch mehrere Jahrzehnte eine Haushaltsschule für Mädchen, zum Schluss eine Fachschule für ökologische Land- und Hauswirtschaft. 2011 verließen die letzten Nonnen ihre Wirkungsstätte.

Angeblich soll das Gebäude in ein Zentrum umgemodelt werden, das der "persönlichen Energieentwicklung" dient. Davon sind aber derzeit noch keine Anzeichen zu bemerken.

Das Schutzhaus stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahre 1986, die erste Hütte auf dem Hegerberg gab es im Jahre 1930. Wie die meisten Wanderungen im Wienerwald bietet die Tour keine Schwierigkeiten.

Die Route

In der Ortsmitte von Stössing beginnt die rote Markierung, die anfangs steil, dann eher gemütlich zur Höhe führt. Nach einer Waldpassage - nahe einem Bauernhof - verlässt man die markierte Route, um auf einem Fahrweg zum Kloster Hochstraß abzusteigen. Gehzeit eine Dreiviertelstunde. Im leichten Gegenanstieg erreicht man auf dem Rücken wieder eine rote Markierung, der man nach rechts folgt. Später geht es hinunter zu einer Straße, die direkt beim Johann-Enzinger-Haus endet. Gehzeit ab Kloster Hochstraß 1¼ Stunden.

Zurück gelangt man zuerst auf der Anstiegsroute, bald hält man sich rechts an die blaue Markierung, die teilweise auf Asphalt, teils durch Wald in das Tal des Stössingbachs hinabführt. Zum Schluss muss man auf der Straße nach rechts, um wieder den Ausgangspunkt zu erreichen. Gehzeit ab Hegerberg rund 1½ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 28.12.2013)

Dies ist mein 1232. und zugleich letzter Wandertipp im STANDARD. Die Natur setzt Grenzen, die niemand ungestraft überschreiten kann. Ich danke den geschätzten Leserinnen und Lesern für das positive Echo und auch für die - meist wohlwollende - Kritik.

  • Beim Johann-Enzinger-Haus endet die Straße.
    foto: hegerberg.at

    Beim Johann-Enzinger-Haus endet die Straße.

  • Infos: Hegerberg.at
    foto: hegerberg.at
  • Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz 350 m. Johann-Enzinger-Haus durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4330-West (Hainfeld), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz 350 m. Johann-Enzinger-Haus durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4330-West (Hainfeld), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000.

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