Reporter ohne Grenzen: 71 Journalisten getötet

18. Dezember 2013, 06:00
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Höchste Lebensgefahr für Medienleute herrschte auch 2013 in Syrien, Somalia, Pakistan. Indien und die Philippinen wurden ähnlich tödlich. 826 wurden 2013 festgenommen, 178 saßen im Dezember noch in Haft

Paris/Wien - Nach dem "ausnehmend tödlichen Jahr 2012" mit 88 Journalisten, die in Ausübung ihres Berufes ums Leben kamen, zählte "Reporter ohne Grenzen" 2013 bisher 20 Prozent weniger tote Kollegen - und doch waren es 71 Fälle, mehr als 2011 mit 67 und 2010 mit 58.

Physische Attacke und Einschüchterung von Medienleuten indes nahmen merklich zu, bilanziert die Pressefreiheitsorganisation. Übergriffe von Sicherheitskräften wie nichtstaatlichen Tätern. Systematisch griffen türkische Sicherheitskräfte etwa Journalisten bei den Protesten um den Gezi-Park in Istanbul an, erinnert "Reporter ohne Grenzen". Auch in der Ukraine, wenngleich in geringerem Ausmaß, bei den Maidan-Protesten. In Brasilien registrierte die Organisation mehr als 100 Fälle von Gewalt und Bedrohung, meist durch die Militärpolizei. Auch bei Protesten in Mexiko und Kolumbien kam es zu Übergriffen der Behörden, ebenso in Ägypten, im Irak, in Libyen, in Guinea, Indien, Bangladesch und Pakistan.

Asien

An die 100 Journalisten und Blogger sind in China wegen ihrer Tätigkeit in Haft. In der Türkei stünden Journalisten praktisch unter Generalverdacht - zumindest 60 Medienleute sitzen dort im Gefängnis, zumindest 29 von ihnen wegen ihrer Arbeit.

Auf Reformen von Präsident Hassan Rohani wartet Reporter ohne Grenzen: Im Iran wurden seit Jahresbeginn zumindest 76 Journalisten festgenommen. Zwölf Zeitungen und Magazine wurden von den Behörden geschlossen, schreibt "Reporter ohne Grenzen" im Dienstagabend veröffentlichten Jahresbericht. (red, DER STANDARD, 18.12.2013)

  • Grafik zur Lage der Pressefreiheit 2013.
    foto: der standard

    Grafik zur Lage der Pressefreiheit 2013.

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