So kam der Mensch auf das Insekt

19. Dezember 2013, 18:33
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Band 7 aus der Reihe "Naturkunden" des Berliner Verlags Matthes & Seitz beinhaltet 26 grandiose Essays über ein ambivalentes Verhältnis

Es gibt einige Insekten - wie etwa den Schillerfalter - die je nach Perspektive in zwei unterschiedlichen Farben leuchten. Nach diesem Prinzip ist auch das Cover eines gleich mehrfach schillernden Buchs gestaltet: Von vorn betrachtet, ist Hugh Raffles' Insektopädie eher grünlich, kippt man das Buch auf, schimmert der Leinenumschlag plötzlich violett.

Im Buch selbst findet man das Prinzip in den Abbildungen wieder: Sämtliche Fotos und Illustrationen sind zweifarbig grün und violett gehalten. Da steckt offensichtlich ein kluger Kopf dahinter: nämlich die vielfach ausgezeichnete Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky, die seit kurzem im Berliner Verlag Matthes & Seitz die famose Reihe "Naturkunden" herausgibt.

Insektopädie ist Band 7 der Reihe und glänzt längst nicht nur durch die raffinierte Gestaltung, auch der Inhalt hat es in sich: Autor Hugh Raffles, ein Anthropologe an der New School in New York mit einer Vergangenheit unter anderem als Rettungsfahrer und DJ, versammelt darin 26 grandios geschriebene und zum Teil hochgelehrte Essays von A wie Aether bis Z wie "Zen und die Kunst der Ssss...", die sich allesamt um die Beziehung zwischen Menschen und Insekten drehen.

Karl von Frischs Bienen widmet Raffles ebenso ein Kapitel wie der Fruchtfliege, dem Lieblingstier der Genetiker. Es geht aber auch um Grillenkämpfe in China, Schmetterlingsinvasionen in Brasilien oder die seltsamen sexuellen Vorlieben von Crush-Freaks. Eine in jeder Hinsicht schillernde Sachbuchsensation! (Klaus Taschwer, DER STANDARD, 18.12.2013)

  • Hugh Raffles: "Insektopädie". 39,10 Euro. 384 Seiten. Matthes & Seitz 2013
    cover: matthes & seitz

    Hugh Raffles: "Insektopädie". 39,10 Euro. 384 Seiten. Matthes & Seitz 2013

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