Geforce GTX 780 Ti: Die schnellste Grafikkarte hat ihren Preis

18. Dezember 2013, 09:01
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Nvidia entthront AMDs R9-290-Reihe und die teurere Titan, ist aber auch nicht günstig

Nicht oft passiert es Chiphersteller Nvidia, dass man am Grafikkarten-Markt die Leistungskrone an die Konkurrenz abgeben muss. Meistens liegt man technisch voraus und überlässt dem Hauptmitbewerber AMD im Wesentlichen nur die Option, sich mit besser budgetierbaren Angeboten an die Kundschaft zu richten. Die Veröffentlichung der R9 290X und R290 hat dies geändert.

Das Duo, so erläutert Eurogamer, führt in puncto Einzelperformance, das "kleinere" Modell wird dazu für nur rund 440 Euro verkauft. Nvidias bisherige Spitzengeräte, die Geforce GTX 780 und Titan kosten mehr und sind, wenn auch auf hohem Niveau, unterlegen. Das hat Nvidia unter Zugzwang gebracht, weswegen der Konzern dem fast 1.000 Euro teuren "Titan" einen kleinen Bruder zur Seite gestellt hat – die Geforce GTX 780 Ti.

Kompromiss

Für Preise ab 620 Euro platziert sich dieser zwischen den derzeitigen Spitzenreitern und soll Gaming-Enthusiasten wieder zu Nvidia locken. Im Vergleich zur GTX 780 bringt die Ti-Variante, die ebenfalls am GK110-Chip basiert, einen minimal erhöhten Kerntakt (876 MHz statt 863 MHz) und einen ebenfalls etwas höheren Takt im beschleunigten Modus mit (928 MHz statt 876 MHz). Die Anzahl der Stream-Prozessoren wurde auf 2.880, die der Textureinheiten auf 240 erhöht.

Dem AMD-Pendant unterliegt die Karte in Sachen Speicherbandbreite (384 statt 512 Bit) Größe (drei statt vier GB), dafür lässt man den Arbeitsspeicher mit sieben Gigahertz zu Werke gehen. Mit 336 GB/s schaufelt die GTX 780 Ti schließlich auch etwas mehr Daten durch die Leitung, als die R290X, die auf 320 GB/s kommt.

Im Inneren der rund 870 Gramm schweren Karte, die zwei Steckplätze belegt, werkt eine einzelne Grafikeinheit nach Kepler-Architektur. Zur Stromversorgung verlangt die Karte den Anschluss eines Kabels mit sechs und eines mit acht Pins. Weil die GTX 780 Ti alleine schon bis zu 250 Watt an Last erzeugen kann, sollte man ein entsprechend stärkeres Netzteil verbaut haben.

Leise und kühl

Trotz hoher Leistungsaufnahme bleibt die Karte im Betrieb recht leise und kühl. Guru 3D errechnet eine Temperatur von rund 70 Grad an der GPU bei 264 Watt unter Volllast, der Lärmpegel liegt dabei knapp über 40 Dezibel, was der üblichen Lärmbelastung eines Wohnzimmers entspricht. Das erweist sich zu den AMD-Modellen als großer Vorteil, die nicht nur laut werden, sondern auch dafür ausgerichtet sind, die maximal mögliche Hitzebelastung von 95 Grad Celsius auf längere Zeit zu ertragen.

Benchmark-Sieger

Interessant sind freilich auch die Framerate-Tests bei diversen Spielen, die einen Vergleich der Hardware unter gleichen Bedingungen in einem Spieleszenario erlauben. Bei gleicher Grundausstattung des Rechners hat Guru3D die GTX 780 Ti gegen AMDs R9 290X bei verschiedenen Spielen unter einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel antreten lassen.

In Sachen Reaktionszeit, als auch bei der Bildwiederholrate behauptet sich die neue Geforce bei "Tomb Raider", "Hitman: Absolution", "Battlefield 4" und "BioShock Infinite" erfolgreich gegen ihren Konkurrenten. Beim wichtigen Blick auf die Bilder pro Sekunde fällt der Unterschied allerdings nur bei letztgenanntem Titel deutlich aus. Hier hängt die Nvidia-Karte das AMD-Produkt um zehn bis zwanzig Prozent ab.

Auch bei 4K vorne

Ähnliche Ergebnisse erzielen auch die Tests von Eurogamer. Da wie dort setzt sich das Nvidia-Produkt auch bei 4K-Auflösung durch, wobei die hohe Auflösung sich hier schon deutlich negativ auf die Ergebnisse auswirkt. Via Overclocking lassen sich ein paar Prozente Leistung mehr aus der Karte kitzeln, wobei der Stromverbrauch nur minimal ansteigt, während sich der Lärmpegel nicht wahrnehmbar verändert.

Teures Upgrade

Insgesamt stellt sich die Geforce GTX 780 Ti als zweischneidiges Schwert dar. Sie entthront zwar AMDs R290X in der Praxis, damit aber auch Nvidias teuersten Boliden, den "Titan". Dieser bleibt für 4K-Gaming allerdings weiterhin die Empfehlung, da er sechs GB Arbeitsspeicher mitbringt, so Guru 3D.

Für Spieler, deren Geldbeutel eine derart hohe Investition nicht zulässt, erweist sich der R290 als oberste, wenn auch laute, Empfehlung. (gpi, derStandard.at, 17.12.2013)

  • Nvidia kitzelt mit der GTX 780 Ti das Optimum aus der GK110-Plattform, budgetfreundlich ist das Endprodukt allerdings nicht.
    foto: nvidia

    Nvidia kitzelt mit der GTX 780 Ti das Optimum aus der GK110-Plattform, budgetfreundlich ist das Endprodukt allerdings nicht.

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