Die 114 Seen von Jiuzhaigou

9. Jänner 2014, 15:52
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Sie leuchten in allen Tönen von Grün und Blau und ihre Namen sind so bunt wie ihr Erscheinungsbild. Wir zeigen einige der 114 Seen im Jiuzhaigou-Tal

Im Nordwesten von Sichuan liegt Jiuzhaigou - das Tal der neun Dörfer. Der Name hat seinen Ursprung in den neun tibetischen Dörfern, die in den Tälern dieses Gebietes liegen. Bekannt ist Jiuzhaigou aber vor allem wegen der Bergwelt - und der spektakulären Seenlandschaft.

114 Seen schimmern hier in allen Tönen von Grün, Türkis und Blau. Kristallklar erstrecken sich die Gewässer in dem zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärten Naturschutzpark auf einer Fläche von rund 72.000 Hektar. Zudem ist der Park erklärtes Weltbiosphärenreservat. Die Bergseen spiegeln das ganze Jahr über die Jahreszeiten wider - und diese sind in einer Höhe von rund 2.500 Metern sehr ausgeprägt.

Im Herbst leuchtet das Laub, im Winter glitzert der Schnee und das Eis verwandelt die zahlreichen Wasserfälle in türkisblaue Skultpturen. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen zeigen sich auch die Seen immer anders. Während manche von Winterlandschaft umgeben sind, zeigt sich bei anderen nicht einmal Raureif. Der höchstgelegene See, der Long Lake, liegt auf über 4.000 Metern Seehöhe. Der Großteil der Seen sind Überreste von Gletschern, natürliche Staustufen bilden die Basis beeindruckender Wasserfälle.

So bunt wie die Gewässer sind auch die Namen der Gewässer: Panda Lake Fall, Pearl Shoal Fall, Schlafender Drache, Nashornsee, Five Flower Lake. Die Anreicherung der Seen mit Kalk sowie gewisse Algenarten sorgen für eine unendliche Farbenpracht. Der Colourful Pond und der Colourful Lake spiegeln, wie ihre Namen schon verraten, sogar beinahe das ganze Farbspektrum wieder.

Aber nicht nur die Seen sind außergewöhnlich, auch die Flora und Fauna ist hier besonders. Neben zahlreichen Pflanzenarten, von denen viele endemisch in diesem Gebiet beheimatet sind, sind hier seltene Tierarten wie der Riesenpanda, der Kleine Panda, die Goldmeerkatze oder der Weißlippenhirsch heimisch.

Besucher können das Gebiet über einen gut ausgebauten Holzweg erkunden, im Park gibt es ein Touristenzentrum. Seit 2005 wird jedes Jahr im Jänner das Internationale Eisfallfestival abgehalten. Damit sollen auch über die Wintermonate Besucher in den Park gelockt werden, der im Sommer doch recht überlaufen ist. Die Eintrittspreise sind im Winter ebenfalls günstiger. (todt, derStandard.at, 09.01.2013)

Info: Jiuzhaigou Nationalpark


Der Wucai Pool liegt auf 3.000 Metern Höhe und fiert doch nie ganz zu. Foto: Jiuzhaigou

Der Five Flower Lake. Durch das nährstoffarme Wasser wird organisches Material nicht zersetzt. In vielen Seen gibt es daher "Tausendjährige Bäume". (Foto: www.flickr.com/photos/denn/ [CC])

Der Nashornsee (Rhinoceros Lake). Im Hintergrund bedeckt Schnee die Gipfel, der See bleibt aber frei von Eis. (Foto: www.flickr.com/photos/denn/ [CC])

Der Lake Changhai. Besucher können entlang festgelegter Holzpfade das Gebiet erkunden. Foto: www.flickr.com/photos/gzlu/ [CC])

Der Drachensee (Dragonlake). Die Namen der Gewässer sind so bunt und phantasievoll wie das Wasser und die Landschaft. Foto: www.flickr.com/photos/qilin/ [CC])

Der höchstgelegene See ist der Long Lake auf 4020 Metern Seehöhe. Foto: www.flickr.com/photos/qilin/ [CC])

Das Wasser ist nährstoffarm und kalkhaltig. Pflanzliches Material verrottet nicht sondern verkalkt. Foto: www.flickr.com/photos/gzlu/ [CC])

Der Holzpfad durch den Park führt vorbei am Panda Lake. (Foto: www.flickr.com/photos/bengchye_loo, [CC])

Faszinierend auch die zahlreichen größeren und kleineren Wasserfälle, denen man dank der Holzstege sehr nahe kommt. (Foto: www.flickr.com/photos/rollercoasterphilosophy; [CC])

Eine feucht-nasse Angelegenheit ist der Besuch auf jeden Fall. (Foto: www.flickr.com/photos/rollercoasterphilosophy; [CC])
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