Last-Minute-Geschenke aus der Küche

23. Dezember 2013, 12:18
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Statt in Warteschlangen stehen wir lieber am Herd: Rezepte für feine, essbare Weihnachtsgeschenke

Selbstgemacht und das wirklich in letzter Minute: Wer jetzt noch eine Geschenkidee braucht und sich nicht in den Shoppingwahnsinn stürzen will, der kann auf Selbstgemachtes aus der eigenen Küche setzen. Wir zeigen einige Rezepte für mehr - oder weniger - Kocherfahrene, die kulinarische Weihnachtsfreuden bereiten können. Die Zutatenlisten sind überschaubar, für manche Rezepte brauchen Menschen mit halbwegs gut ausgestatteten Vorrats- und Kühlschränken nicht einmal mehr ein Lebensmittelgeschäft aufsuchen.

Lemon Curd

Ein Netz Biozitronen, Eier, Zucker und ein bisschen Geduld beim Schlagen - das sind die Grundzutaten für Lemon Curd, der klassisch zu Scones genossen wird. Die Zitronencreme taugt aber auch als  Brotaufstrich, Dessertcreme oder zum Aufpeppen von diversen Früchten - Liebhaber von Zitrusfrüchten werden ein Glas selbstgemachten Lemon Curd als Geschenk zu schätzen wissen.

Zutaten:
3 große Bio-Eier
150 g Kristallzucker
80 ml frischen Zitronensaft
56 g Butter
4 g geriebene Zitronenschale

Eier, Zucker und Zitronensaft verquirlen und die Mischung über Dampf ca. 10 Minuten mit dem Schneebesen schlagen. Die Masse ist dann ca. 71 Grad heiß und sieht aus wie Sauce Hollandaise oder Crème fraîche. Achtung: Die Mischung darf keinesfalls zu heiß werden, da sonst das Ei stockt. Die Sauce vom Dampf nehmen, die Butter in kleine Stücke schneiden und einrühren, ebenso die geriebene Zitronenschale.

Den fertigen Lemon Curd in ein verschließbares Glas füllen. Kalt kann Lemon Curd ein bis zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wer auch noch Scones backen will, der findet in der EssBar ein Scones-Rezept.


Foto: derStandard.at/Helga Gartner


Macarons

Wer am letzten Adventwochenende noch fleißig Kekse gebacken hat und noch ein paar Eiklar übrig hat, kann sie zu Macarons verbeiten. Das luftige Gebäck ist nicht für komplette Backneulinge geeignet, die fertigen Kreationen sind aber ein tolles Geschenk, erst recht, wenn sie in einer schönen Verpackung überreicht werden.

Rezept Macarons
100 g Mandelmehl (sehr fein gemahlene Mandeln)
180 g Staubzucker
100 g Eiweiß, Raumtemperatur (Eier mindestens 24 Stunden davor, max. 5 Tage vorher trennen)
1/4 TL Weinsteinbackpulver
35 g Feinkristallzucker oder Backzucker
Lebensmittelfarbe

Auf einem Backpapier 20 Kreise im Durchmesser von 3-4 cm aufzeichnen. Als Schablone unter ein anderes Backpapier legen. Mehl und Staubzucker mischen und wenn die Macarons bunt werden sollen, die Lebensmittelfarbe untermischen.

In der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer das Eiklar und das Weinsteinpulver mit mittlerer Geschwindigkeit schlagen bis ein schaumige Masse entsteht. Dann den Feinkristall-Zucker beifügen und schlagen bis die Masse steif ist und die Spitzen stehen bleiben, wenn man eine Gabel durchzieht. Auf drei Mal die Mandel-Zucker-Mischung unterheben.

Die Masse in einen Spritzsack mit einer glatten Tülle füllen und auf das vorbereitete Backpapier dressieren. Die Macarons ca 30-60 Minuten bei Zimmertemperatur antrocknen lassen, Währenddessen das Backrohr auf 160 Grad vorheizen. Die Macarons ca 14-16 Minuten backen, am Blech komplett auskühlen lassen und dann mit einer Creme - wie z.B. Lemon Curd oder Schokoladefudge - füllen.

 
Foto: derStandard.at/Helga Gartner


Ein süßes Geschenk, das auch weniger Geübte gut hinbekommen, sind Florentiner-Kekse. Die Mischung aus Mandelblättchen, Aranzini und dunkler Schokolade macht diese Kekse so besonders fein.

Florentiner

150 g Zucker
120 g Obers
45 g Butter
15 g Honig
150 g Aranzini
150 g Mandelblättchen
75 g Universal-Mehl

Butter, Obers, Zucker und Honig aufkochen lassen und dann die gehackten Aranzini, die gehobelten Mandeln und das Mehl einrühren.

Das Backrohr auf 200 Grad (Ober- Unterhitze, keine Heißluft!) vorheizen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech mithilfe von zwei Löffeln kleine Häufchen setzen, etwas flach drücken und goldgelb backen.

Wenn die Florentiner ausgekühlt sind, die Unterseite mit Schokolade bepinseln. Wer will, kann noch mit einer Gabel oder einer gezackten Teigkarte das charakteristische Wellenmuster ziehen.


Foto: derStandard.at/Helga Gartner

Überhaupt keine Backkünste sind für die Herstellung der Keksbackmischung im Glas erforderlich. Die wichtigste Zutat ist ein schönes Gefäß, in das die einzelnen Schichten eingefüllt werden, dazu kommt die Backanleitung.

 Keksbackmischung im Glas

Triple-Chocolate-Chip-Cookies (für ca. 35 Stk.), Menge für ein Gefäß mit 750 ml Inhalt
150 g Mehl
1 gestrichener TL Backpulver
¼ TL Salz
¼ TL gemahlene Vanille
90 g brauner Zucker
90 g Zucker
50 g gemahlene Haselnüsse
60 g weiße Schokoladetropfen
60 g Vollmilchschokoladetropfen
60 g Zartbittertropfen
(Anm: Wir haben stattdessen gehackte Schokolade genommen)

Alle Zutaten nacheinander in eine saubere Flasche füllen, sodass dekorative Schichten entstehen. Nach jeder Schicht die Flasche etwas auf die Arbeitsfläche klopfen, dann werden die Schichten gleichmäßiger. Das Einfüllen funktioniert am besten mit einer Einfüllhilfe, wie man sie beim Marmeladekochen verwendet oder mit einem Trichter.

Zubereitung:
Zusätzlich zur Backmischung warden 175 g Butter und 1 Ei benötigt. Butter schaumig schlagen und das Ei einrühren. Die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einem Teig rühren. Mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Genügend Abstand zwischen den Häufchen lassen, da sie sehr auseinanderlaufen. Bei 160 Grad Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene 15 Minuten backen.

(Das Rezept stammt aus dem Buch "Kleine süße Sachen" von Annik Wecker, erschienen bei Dorling Kindersley. Wer auf den Geschmack gekommen ist, Geschenke in der Küche zu produzieren, der wird garantiert auch in ihrem Buch "Geschenke aus meiner Küche" fündig).


Foto: derStandard.at

Völlig unkompliziert ist auch die Zubereitung von Zwiebelmarmelade, die auch Kochanfänger gut hinbekommen. Alles was dazu nötig ist, sind Zwiebel, Rotwein, Öl, Essig und Zucker, sowie ein wenig Geduld.

Zwiebelmarmelade

1 kg rote Zwiebeln
150 g brauner Zucker (optional Kristallzucker)
750 ml Rotwein
1 EL Öl
3 EL Rotweinessig
2 EL Balsamicoessig

Die Zwiebeln in Ringe schneiden oder hobeln. In einem Topf das Öl erhitzen die Zwiebeln hinzufügen, weich dünsten lassen, das dauert ca. 20 Minuten. Die Zwiebeln sollten nicht bräunen.

In einem zweiten Topf Rotwein, Zucker und Essig ebenfalls 20 Minuten einkochen.

Die Zwiebeln in den Topf mit der Flüssigkeit leeren und nochmals 45 Minuten reduzieren lassen.

Zum Schluss einen Schuss Crème de Cassis oder einen Löffel Honig einrühren, nochmals aufkochen und in sterile Gläser mit Schraubverschluss füllen. Sofort den Deckel draufgeben und abkühlen lassen. Zwiebelmarmelade passt ausgezeichnet zu Fleisch oder auch Käse.

 
Foto: derStandard.at

Pikante Nussmischung

Zum Abschluss servieren wir etwas zum Knabbern.

1 EL Butter
1 EL Brauner Zucker
1 EL Honig
1 TL Ras el Hanout
1/2 TL Salz
250 g gemischte Nüsse

Butter, Zucker und Honig auf kleiner Flamme unter Rühren schmelzen lassen. Ras el Hanout, Salz und  die Nüsse dazu geben und gut verrühren.  Im vorgeheizten Rohr auf einem Backblech mit Backpapier bei 180°C ca. 12 Minuten lang backen, zwischendurch immer wieder durchrühren. Die Nussmischung ist ca. eine Woche lang bei Zimmertemperatur haltbar.

Wir wünschen gutes Gelingen & schöne Weihnachten!

 
Foto: derStandard.at/Tinsobin

(derStandard.at, 23.12.2013)

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