Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen weiterhin auf hohem Niveau

17. Dezember 2013, 12:08
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Alkohol ist das am weitesten verbreitete Suchtmittel - Aktuelle Zahlen in Deutschland zeigen, dass bis ins hohe Alter Anstiege bei Alkoholintoxikationen zu verzeichnen sind

3.999 junge Menschen zwischen zehn und 15 Jahren mussten in Deutschland im Jahr 2012 aufgrund eines Alkoholrauschs im Krankenhaus behandelt werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 4,2 Prozent.

Bei den 15- bis 20-Jährigen wurden dagegen 22.674 Fälle registriert, das ist eine Zunahme um 2,3 Prozent. Gerade in dieser Altersgruppe sind mehr männliche (63,4 Prozent) als weibliche Jugendliche (36,6 Prozent) betroffen. Gleichwohl ist zu beobachten, dass die weiblichen Jugendlichen bei den Alkoholintoxikationen aufholen und ihr Anteil bei den 15- bis 20-Jährigen um 4,4 Prozent zugenommen hat, während er bei den jungen Männern um ein Prozent angestiegen ist.

Dramatische Folgen

"Jeder einzelne der insgesamt 26.673 Fälle von Alkoholintoxikationen bei Zehn- bis 20-Jährigen ist einer zu viel", sagt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), anlässlich der Veröffentlichung dieser aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. "Die Risiken von Alkohol – insbesondere für Kinder und Jugendliche – werden nach wie vor unterschätzt. Das kann dramatische Folgen haben und sogar zum Tod führen."

Dass Alkohol in der Bevölkerung das am weitesten verbreitete Suchtmittel sei und die Risiken, die von einem unkritischen Alkoholkonsum ausgehen, in unserer Gesellschaft immer noch deutlich unterschätzt würden, beeinflusse auch das Trinkverhalten von Kindern und Jugendlichen.

So hat die BZgA einen Schwerpunkt ihrer Präventionsaktivitäten auf Maßnahmen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen gelegt. Jugendliche und junge Erwachsene sollen einen kritischen und bewussten Umgang mit Alkohol erlernen, damit die Zahl der akuten Alkoholräusche langfristig reduziert werden kann. (red, derStandard.at, 17.12.2013)

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    foto: apa/jens büttner
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