Hotel im See: "Lacus Felix" hängt in der Luft

13. Dezember 2013, 18:07
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Politische Entscheidung über Traunsee-Hotel vertagt

Gmunden - Der Bau des umstrittenen Seehotels Lacus Felix in Gmunden hängt weiter in der Luft. Denn die politische Entscheidung wurde vertagt. Nach einer mehrstündigen, hitzigen Debatte bis tief in die Nacht zum Freitag entschied Bürgermeister Hans Köppl (ÖVP), im Jänner nochmals einen Anlauf zu nehmen.

Damit, wie vom Bauträger Peter Freunschlag (zugleich Präsident des Linzer Eishockey-Clubs Black Wings) beabsichtigt, im Frühjahr 2014 die Bagger aufrollen können, muss der Gemeinderat noch eine Fristverlängerung genehmigen. Laut Vertrag hätte bis Ende dieses Jahres das Vier-Sterne-Haus auf einer künstlich geschaffenen Insel im Traunsee stehen sollen. Nachdem der Termin nicht eingehalten wurde, besitzt die Stadt Gmunden das Recht, den ehemals öffentlichen Grund, den Seebahnhof, zurückzukaufen. Was bis auf die regierende ÖVP die Gemeinderatsfraktionen, zusammengeschlossen in einer "Allianz für Gmunden", auch möchten.

Köppl hingegen befürwortet die vom Bauträger beantragte Fristverlängerung bis Ende Mai nächsten Jahres. Wegen nicht vorhersehbarer und zahlreicher Verzögerungen - zuletzt hatte die Korruptionsstaatsanwaltschaft auf Initiative der städtischen Grünen ergebnislos ermittelt - sei es den Projektverantwortlichen nicht möglich gewesen, die Frist einzuhalten.

Toursimusdirektor für Bau

"Die inhaltlichen Grundlagen für die Abstimmung über eine Fristenverlängerung basierten auf verschiedenen Papieren, Verträgen und Vereinbarungen, welche die Mandatare entweder nicht vollinhaltlich oder gar nicht kannten", begründet Vizebürgermeister Christian Dickinger (SPÖ) die Ablehnung. Auch in der Jännersitzung werde er wieder gegen die Fristverlängerung stimmen. Die ÖVP hingegen befürchtet, dass bei einem Beharren auf das Rückkaufrecht "das Hotelprojekt endgültig gestorben ist".

Indes spricht sich Tourismusdirektor Andreas Murray für den Bau des neuen Hotels aus. Da Gmunden zu wenig Gästebetten hat, könnte es nächstes Jahr von einer Tourismusgemeinde der Klasse A auf den Status B abgewertet werden. (ker, DER STANDARD, 14./15.12.2013)

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