Ein Planet mit kurzem Ablaufdatum

15. Dezember 2013, 17:42
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Der Exoplanet Kepler-91b umkreist einen Roten Riesen - in etwa 55 Millionen Jahren wird er von diesem verschluckt werden

Heidelberg - 55 Millionen Jahre: So lange haben die Pferde gebraucht, um von Fuchsgröße zu ihren heutigen Dimensionen anzuwachsen. Was nach evolutionären Maßstäben eine respektable Zeitspanne darstellt, ist nach astronomischen ausgesprochen kurz. Und doch ist dies die wenige Zeit, die dem Exoplaneten Kepler-91b noch bleibt.

Der Planet kreist um einen Roten Riesen, dessen Durchmesser etwa sechsmal so groß ist wie der unserer Sonne, und nähert sich seinem Stern bei jedem Umlauf auf bis zu drei Sonnenradien an. Aufgrund dieser Daten prognostizieren Astronomen um Amelia Bayo und Luigi Mancini vom Max-Planck-Institut für Astronomie dem Planeten seine geringe Lebenserwartung. Denn der Stern wird sich in den kommenden Jahrmillionen immer weiter aufblähen, bis er seinen Planeten schließlich verschluckt.

Bis zu einem gewissen Grad ist der Blick auf Kepler-91b damit auch ein Blick in unsere Zukunft. Auch unsere Sonne wird sich unweigerlich einmal zum Roten Riesen entwickeln, voraussichtlich wird dies in etwa fünf Milliarden Jahren eintreten. Über das genaue Schicksal der Erde herrscht unter Astronomen allerdings noch keine Einigkeit: Mehrheitlich sind sie heute der Meinung, dass die Erdbahn außerhalb des künftigen Durchmessers der Sonne liegt. Gravitative Wechselwirkungen mit der nahen Sonnenoberfläche könnten die Erde aber schließlich doch ins Sonneninnere ziehen. Sicher ist nur, dass die Erde zu diesem Zeitpunkt schon lange kein Leben mehr tragen wird. (red, derStandard.at, 15. 12. 2013)

  • Gefährliche Nähe: Der Exoplanet Kepler-91b umkreist einen Roten Riesen. In astronomisch gesehen kurzer Zeit wird es damit vorbei sein.
    foto: david cabezas jimeno

    Gefährliche Nähe: Der Exoplanet Kepler-91b umkreist einen Roten Riesen. In astronomisch gesehen kurzer Zeit wird es damit vorbei sein.

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