Offen: Die Suche nach dem besseren Job

13. Dezember 2013, 17:05
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Boreout, Mobbing und schlechtes Betriebsklima sind die am häufigsten genannten Gründe für einen Jobwechsel. Zudem wird die Verweildauer im Job immer kürzer. Was bedeutet das für Arbeitgeber?

Jobs auf Lebenszeit werden bestenfalls noch der Babyboomer-Generation zugeschrieben. Heute verweile man immer kürzer und wechsle schneller den Job - so eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Portals karriere.at. 500 österreichische Arbeitnehmer zwischen 18 und 60 Jahren wurden zu Jobsuche und Jobwechsel befragt. Und immerhin gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, offen für neue berufliche Herausforderungen zu sein: Acht Prozent seien aktiv auf Jobsuche, 43 Prozent informieren sich auf dem Jobmarkt, ohne einen Wechsel anzustreben, heißt es. 49 Prozent der Befragten hegten "keinerlei Ambitionen, sich zu verändern".

Um Mitarbeiter kämpfen

Der Großteil der Befragten, so die Studienautoren, sehe sich zumindest um. Ergebnisse, die nicht nur für ein erstarktes Vertrauen in die eigenen Qualifikationen sprechen, sondern auch dafür, dass Arbeitgeber mehr um ihre Mitarbeiter "kämpfen" müssen. Die Attraktivität der Arbeitgebermarke nehme deutlich an Bedeutung zu. Nebst schwacher Arbeitgebermarke gibt es selbstredend viele andere Gründe, die einen persönlichen Veränderungswillen vorantreiben. Laut Martin Hofstetter, geschäftsführender Gesellschafter der Karriereschmiede Personalberatung, gehören zu den häufigsten Gründen ein schlechtes Betriebsklima - "sogar auf Managementebenen ist das für 30 Prozent aller Jobwechsel verantwortlich", sagt Hofstetter. Ganz ähnlich zu bewerten seien, so der Personalberater weiter, "fehlende Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung oder ein attraktiveres Jobangebot", das einen Aufstieg bzw. ein besseres Einkommen verspreche. Auch permanente Unterforderung zähle zu den häufig genannten Motiven, den Job wechseln zu wollen, ebenso Mobbing. Hofstetter: "Ebenfalls nachvollziehbare Gründe sind ein Downgrading der aktuellen Position durch interne oder externe Entwicklungen sowie die Entscheidung für eine Weiterbildung, mit der der aktuelle Job nicht mehr vereinbar ist."

Wiener wechseln häufig

Laut GfK-Studie steige die Wechselbereitschaft mit dem Grad der Bildung: Zwölf Prozent der Befragten mit Matura-, Universitäts- oder Fachhochschulabschluss gaben an, aktiv auf Jobsuche zu sein, 47 Prozent dieser Gruppe informiere sich über Angebote, so die Studie weiter. Bei Pflichtschulabsolventen sei das nur bei fünf Prozent bzw. 32 Prozent der Fall. Im Österreich-Vergleich wechseln Wiener Arbeitnehmer am häufigsten ihren Job: Ein Drittel (33 Prozent), so die Studie, war in ihrem Leben bereits für fünf oder mehr Unternehmen tätig. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg gaben das nur 26 Prozent der Befragten an. Die treuesten Arbeitnehmer sind laut Studie die Ober- und Niederösterreicher sowie die Burgenländer. Die stabilsten Dienstverhältnisse haben Arbeitnehmer mit Lehrabschluss. (haa, DER STANDARD, 14./15.12.2013)

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