Schenken könnte man auch ...

13. Dezember 2013, 18:52
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Tipps von STANDARD-Redakteurinnen und -Redakteuren

Mia Eidlhuber

Was Lesefreude schafft

Die große Marie-Luise Scherer  hat 20 Jahre lang literarische Reportagen geschrieben. Jetzt wurde Die Hundegrenze (1994 im Spiegel erschienen) wiederaufgelegt (Matthes & Seitz, 14,90 €). Große Literatur!

Was für Spannung sorgt

"Geträumt, dass ich tot bin und träume": Wolfgang Herrndorfs Blog nach der Krebsdia­gnose (Glioblastom) Arbeit und Struktur – nach seinem Tod ein Buch (Rowohlt, 20,40 €) – zieht einem den Stecker.

Was heiter stimmt

"Listen sind Seufzer des Glücks", sagt Multitalent Tex Rubinowitz. Die sieben Plurale von Rhabarber (Ro­wohlt, 9,30 €) handeln von "Warum Frauen Salat essen" bis zu "Einfache Hausmittel".


Alexandra Föderl-Schmid

Was Lesefreude schafft

San Miguel ist eine unwirtliche Insel vor der Küste Kaliforniens. T. C. Boyle hat seinen Roman (Hanser-Verlag, 23,60 €) dorthin verlagert, schildert das Leben aus der Sicht dreier Frauen – man bleibt dran.

Was für Spannung sorgt

Warum gibt es in manchen Staaten Wohlstand, in anderen nicht? Dieser Frage gehen Daron Acemoglu und James Robinson in Warum Nationen scheitern (S. Fischer, 25,70 €) nach – lehrreich und spannend!

Was heiter stimmt

Nicht wirklich heiter ist die Sicht von Miriam Gebhardt auf die deutsche Frauenbewegung in Alice im Niemandsland (DVA, 20,60 €). Aber sie zeigt: Es gibt Galionsfiguren jenseits von Alice Schwarzer.


Michael Freund

Was Lesefreude schafft

Neben den großen Rückblicken kann man sich noch rechtzeitig auf das Jahr davor einlassen: 1913, in seiner Alltäglichkeit und Ahnungslosigkeit schön porträtiert von ­Florian Illies (Fischer, 20,60 €).

Was für Spannung sorgt

"Nur" ein Gebäude, aber wie es gegen Bürokratie und Baulöwen verteidigt wurde, das hat was: Bernhard Leitner beschreibt Die Rettung des Wittgensteinhauses in Wien vor dem Abbruch (Ambra, 35 €).

Was heiter stimmt

Jede Woche stimmt Harald Martenstein im Zeit-Magazin heiter, nun auch als Weihnachts(!)-Geschichtenerzähler in Freuet euch, Bernhard kommt bald! (Bertelsmann, 12,40 €).


Stefan Gmünder

Was Lesefreude schafft

Von Liebe, Selbstbetrug, un­ruhigen Nächten und Ausbrüchen aus flügellahmen Leben handelt Tschechows Erzählung Die Dame mit dem Hündchen (Insel, € 14,40). Mit Zeichnungen von Hans Traxler!

Was für Spannung sorgt

Pier Paolo Pasolini gingen die regulären Denkertruppen am Allerwertesten vorbei. In den Freibeuterschriften (Wagenbach, € 11,30) schrieb er über Konsum – und jene Gewalt, der er 1975 zum Opfer fiel.

Was heiter stimmt

Hägar, Sven, Helga und der Wahnsinn eines Wikinger­lebens. Dik Brownes Hägar-der-Schreckliche-Band Können Hiebe Sünde sein (Goldmann, € 6,20) schmückt den Gabentisch und beruhigt die Seele.


Ronald Pohl

Was Lesefreude schafft

Karl, Herzog von Blankenburg, sammelt Kostbarkeiten wie andere schlechte Gewohnheiten. Seine wertvollste ist die Musik Wagners. Élémir Bourges' Roman Götterdämmerung (Manesse, € 24,95) sättigt köstlich.

Was für Spannung sorgt

Die letzte Überlebende ist eine Frau, die Hypothesen über ihr Alleinsein zusammenzimmert. David Marksons Wittgensteins Mätresse (Berlin-Verlag, € 22,99) lehrt angehende Philosophiestudenten das Gruseln.

Was heiter stimmt

Der klügste Autor östlich der Elbe war Peter Hacks. In Zur Romantik (Konkret Literatur Verlag, € 12,90) lieferte er den Nachweis, warum die deutschen Romantiker Agenten
der englischen Krone waren.


Christian Schachinger

Was Lesefreude schafft

Neurotische New Yorker Juden auf dem Land. Im neuen Haus versteckt sich die greise Anne Frank. Mit Hoffnung (Berlin-Verlag, € 15,99) wird Shalom Auslander zum Woody Allen für Hartgesottene.

Was für Spannung sorgt

Rammstein-Sänger Till Lindemann hat In Stillen Nächten Gedichte geschrieben (Kiepenheuer & Witsch, € 17,50). Alles da: rollendes Rrrrr, Blut und Hoden, Porno und Pointen. Geht das gut? Jawoll, ja!!!

Was heiter stimmt

Filmstar Richard Burton war streitlustig, griesgrämig, melancholisch, mit Elizabeth Taylor verheiratet, ein begnadeter Säufer – und er hatte Humor. Lesen Sie seine Tagebücher (Haffmans, € 36,–)!


Andrea Schurian

Was Lesefreude schafft

Bei Im Stein (S. Fischer, € 23,70) lässt Clemens Meyer sein Sprachgewitter auf abgründige Halb-, Unter- und Schattenwelten der Huren, Zuhälter und Ganoven prasseln. Schonungslos. Liebevoll.

Was für Spannung sorgt

Zdenka Becker dient Der größte Fall meines Vaters (Deuticke, € 19,50), beruhend auf einer wahren Gruselstory, als Hintergrund einer Vater-Tochter-Beziehung im real existiert ­habenden Sozialismus.

Was heiter stimmt

Darf man? Ja man darf. Kunst hassen (Tropen Sachbuch, € 12,40), vor allem den verlogenen Betrieb drum herum. Erst recht, wenn man Kunst so sachkundig liebt wie die Journalistin Nicole Zepter.


Christoph Winder

Was Lesefreude schafft

Den derzeit "feinsten Erzähler deutscher Sprache" nennt ihn die SZ: Wolf Wondratschek verfolgt in Mittwoch einen Tag hindurch unterschiedlichste Lebensgeschichten. Federleicht. (Jung & Jung, € 22,–)

Was für Spannung sorgt

Die Vertreibung aus dem Paradies – ein Jahr danach heißt ein brillanter Vortrag, den Wolfgang Pohrt kürzlich an der "Angewandten" hielt: eine kleine Desillusionsgeschichte der Linken. (Hochroth, € 10,–)

Was heiter stimmt

Der Rüpel als Zeitemblem: Thomas Mießgang analysiert in Scheiß drauf – Die Kultur der Unhöflichkeit scharfsinnig Tendenzen und Ambivalenzen des gegenwärtigen Sittenverfalls. (Rogner & Bernhard, € 20,–)


Autoren des STANDARD haben auch heuer Bücher geschrieben (und Musik gemacht).

Gregor Auenhammer befasst sich in Nicht auf die Größe kommt es an (Metro) mit "Großartigem und Unvermutetem" aus Österreich.

Armin Baumgartner hat Literatur in Anthologien publiziert, u. a. in Zu(Gabe) und Ouviepo (Das fröhliche Wohnzimmer).

Matthias Cremer hat für "25 Jahre DER STANDARD" (edition lammerhuber) seine besten Fotografien zusammengestellt.

Alexandra Föderl-Schmid stellt in Journalisten müssen supersauber sein (Picus) die Ethik der Medien zur Debatte.

Michael Freund schreibt in Der dokumentarische Comic (Bachmann) ein Kapitel über den Vietnam- und Irakkrieg im Doonesbury-Strip und in A Space Called Public (Walter König) über Das Internet als Kampfplatz.

Von Renate Graber erschien bei Ueberreuter: Anders gefragt - 25 Gespräche und Begegnungen.

Gudrun Harrer publiziert bei Routledge ein Werk über das irakische Atomprogramm: Dismantling the Iraqi Nuclear Programme.

Von Andrea Heigl erschien Mit einem Koffer voll Hoffnung. Österreich als neues Zuhause - 15 Lebensgeschichten. (Residenz)

Dominik Kamalzadeh schrieb mit Michael Pekler ein Buch über Terrence Malick (Schüren).

Von Christine Nöstlinger erschien Glück ist was für Augenblicke (Residenz ) Nach Gesprächen mit Doris Priesching.

Von Christian Schachinger mit Shampoo Boy: das Album Licht (Blackest Ever Black, London)

Eine Auswahl der Karikaturen von Oliver Schopf ist bei Molden erschienen: Beim Schopf gepackt.

Gerfried Sperl gibt die Zeitschrift Phoenix heraus. Ausgabe 3/2013 über den "vermessenen Wähler."

Die STANDARD-Sportredaktion über Ex-Spitzensportler: Das wurde aus ... 75 Porträts (Egoth).

Von Thomas Trenkler: Das Zeitalter der Verluste (Czernin) sowie mit Rita Newman: Ich fiel in eine Welt. Gespräche über die Kunst und das Leben (Brandstätter). (Album, DER STANDARD, 14./15.12.2013)

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