Mostland an der Donau: Wie Stellen mit Schnellen einen Namen bekamen

13. Dezember 2013, 16:55
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Der Strudengau heißt erst seit 1910 so. Die Donau ist dort nunmehr zwar zahm - das Tal blieb aber eine wilde Schönheit

Die meisten Wanderrouten im Strudengau führen von einem Donaublick zum anderen und sind sehr abwechslungsreich, denn die Stromenge zwischen Ardagger und Ybbs zählt wohl zu den schönsten Landschaften Österreichs. Die Runde über den Gipfelfelsen und die Brandstetterkogelhütte bildet da keine Ausnahme. Viele Stellen laden zum Verweilen und Schauen ein, der Gipfelfelsen und die Terrasse der Hütte sowie mehrere Plätze am Abstieg zum Hößgang sind besonders hervorzuheben. Das letzte Stück der Runde führt direkt am Strom entlang und bietet freie Sicht auf das malerische Städtchen Grein mit seinem auffallenden Schloss.

Die Bezeichnung Strudengau für den einst sehr gefährlichen Abschnitt der Donau wurde 1910 vom Greiner Fremdenverkehrskomitee kreiert. Sie ist das Resultat eines Wettbewerbs für einen attraktiven Namen des engen Tales, das erst durch den Bau der Eisenbahn für den Tourismus erschlossen worden war.

Ein Oberlehrer obsiegt

Ein Oberlehrer aus Altenmarkt an der Ysper machte das "Rennen" und obsiegte mit seiner Idee über alternativ vorgeschlagene Benennungen wie Freyaschlucht, Hunnenpforte oder Kaisergau.

In einigen älteren Beschreibungen scheint die Brandstetterkogelhütte als Viktoria-Adelheid-Hütte auf, benannt nach der Gattin von Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, der wesentlich zur Finanzierung des Hauses beigetragen hatte.

Bei Grein machten einst drei Hindernisse - Schwall, Struden und Strudel - die Schifffahrt zu einem gefährlichen Unterfangen, das viele Opfer forderte. Durch den Bau des Kraftwerks Ybbs-Persenbeug hat der Abschnitt des Stromes seinen Schrecken verloren, der Strudengau ist zu einer Idylle geworden, die auch der Wanderer zu schätzen gelernt hat.

Der Anstieg zum Gipfelfelsen ist steil und kann bei Nässe auch rutschig werden, sonst gibt es auf der Runde keine Schwierigkeiten. Auf dem Donauradweg sind um diese Jahreszeit erwartungsgemäß kaum Radler anzutreffen.

Die Route: Vom südlichen Ende der Donaubrücke bei Grein folgt man ein kurzes Stück dem rot markierten Matrassteig, wendet sich aber bald nach rechts, um in einer Dreiviertelstunde - teilweise steil - zum Gipfelfelsen aufzusteigen. Weiter auf der roten Markierung. Nach einem Abstieg gelangt man im Gegenanstieg in einer weiteren Dreiviertelstunde zur Brandstetterkogelhütte.

Vom Güterweg nach Neustadtl zweigt bald nach links der Weg nach Hößgang, den man für den Abstieg zum Donauufer wählt. Nach etwa einer halben Stunde erreicht man das Ufer des Stromes und wandert flussaufwärts auf der sehr wenig befahrenen Straße - über die auch der Donauradweg führt - zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Hößgang 1¼ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 14.12.2013)

  • Grein an der Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich.

    Grein an der Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich.

  • Gesamtgehzeit 3¼ Stunden, Höhendifferenz 450 m. Brandstetterkogelhütte durchgehend offen (Dienstag Ruhetag). ÖK25V Blatt 4321-Ost (Grein), Maßstab 1:25.000; Wanderkarte Grein, Maßstab 1:25.000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3¼ Stunden, Höhendifferenz 450 m. Brandstetterkogelhütte durchgehend offen (Dienstag Ruhetag). ÖK25V Blatt 4321-Ost (Grein), Maßstab 1:25.000; Wanderkarte Grein, Maßstab 1:25.000

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