Produktionsstätte für Phosphor im All entdeckt

7. Jänner 2014, 01:23
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Bisher fehlende Quelle identifiziert: Element entsteht wie erwartet durch Fusionsprozesse bei Sternexplosionen

Seoul - Astronomen haben erstmals im All eine Produktionsstätte für Phosphor entdeckt. Das chemische Element wird demnach - wie erwartet - in Sternexplosionen "gebacken", wie die Forscher um Bon-Chul Koo von der Nationaluniversität in Seoul (Südkorea) im US-Fachjournal "Science" berichteten.

Die Wissenschafter hatten den Supernova-Überrest Cassiopeia A untersucht. In diesem Supernova-Überrest liegt demnach das Verhältnis von Phosphor zu Eisen hundertmal höher als im Schnitt der Milchstraße. Phosphor gehört mit Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel zu den unverzichtbaren Elementen des Lebens, wie wir es kennen.

Das Universum enthielt nach dem Urknall zunächst nur die beiden leichtesten chemischen Elemente, Wasserstoff und Helium. Alle schwereren Elemente mussten erst durch Fusionsprozesse in Sternen oder Supernovae gebildet und im All verteilt werden. Für fünf der sechs Elemente des Lebens hatten Wissenschafter bereits kosmische Quellen identifiziert. Die Beobachtung von Cassiopeia A liefert nun auch die bisher fehlende Quelle für Phosphor. Die Messdaten bestätigten, dass Phosphor in Supernova-Explosionen produziert werde, schreiben die Forscher.

Argonhydrid im Krebsnebel entdeckt

Ein anderes Team berichtet in derselben Ausgabe von "Science" über die erste Entdeckung von Edelgasmolekülen im All bei einer weiteren Supernova-Explosionswolke. Mit dem "Herschel"-Weltraumteleskop der Europäischen Raumfahrtagentur ESA hatten Mike Barlow vom University College London und seine Kollegen den Krebsnebel im Sternbild Stier untersucht. Dort stießen sie auf Argonhydrid-Ionen (ArH+), eine elektrisch positiv geladene Verbindung des Edelgases Argon (Ar) mit Wasserstoff (H). Die Beobachtung bestätige die Vermutung, dass die Variante (Isotop) Ar-36 des Edelgases aus dem Herz massiver Supernova-Explosionen stamme, schrieben die Forscher. (APA/red, derstandard.at, 6.1.2014)

  • Der Überrest einer Supernova, die vor 300 Jahren am irdischen Himmel zu beobachten war, ist heute als Cassiopeia A bekannt. Hier fanden Astronomen ein Verhältnis von Phosphor zu Eisen, das hundertmal höher liegt als im Schnitt der Milchstraße.
    foto: nasa/jpl-caltech /oliver krause

    Der Überrest einer Supernova, die vor 300 Jahren am irdischen Himmel zu beobachten war, ist heute als Cassiopeia A bekannt. Hier fanden Astronomen ein Verhältnis von Phosphor zu Eisen, das hundertmal höher liegt als im Schnitt der Milchstraße.

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