Ronald Pohl

    13. Dezember 2013, 17:00
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    Album
    Nurse With Wound
    PARADE

    (Red Wharf)

    Ein Magier des assoziativen Hörens bringt eine Partymeile voll mit Duracell-Hasen zum Exerzieren. Steven Stapleton ist der liebenswürdige Spinner unter den Industrial-Heroen. Techno aus den Sperrzonen der Kulturindustrie.

    Song
    Manic Street Preachers
    REWIND THE FILM
    (Sony)

    Die marxistischen Waliser mit den alles umarmenden Melodien schlüpfen mit Gast Richard Hawley als gutem Onkel zurück in die Kindheit. Bombast für die schwachen Augenblicke im Leben, wenn man sich im Morast des Kapitalismus versunken wähnt.

    Newcomer
    Jonathan Wilson
    FANFARE
    (Bella Union)

    Diese herzzerreißenden Psychedelic-Songs schlagen Haken in alle Richtungen. Frank Zappa, David Crosby und Jeff Lynne verzehren am Lagerfeuer gemeinsam eine Büchse Bohnen. Wilson selbst singt wie der junge Peter Gabriel im Blumenkostüm.

    Österreich
    Burkhard Stangl
    UNFINISHED FOR WILLIAM TURNER
    (Touch)

    Die Lichtstimmungen des Proto-Impressionisten William Turner sind Musik, ein Universum kleinster Übergänge, gedeutet als "Jazz". Funktionsharmonik ist bedeutungslos. Gitarrenmusik für die Verächter von Schäfchenwolken.

    Wiederveröffentlichung
    Ry Cooder
    1970-1987
    (Rhino)

    Die Alternative zum Bob-Dylan-Kartonschachtel-Overkill. Cooder spielt die beste Bottleneck-Gitarre der Welt. Er hat das Schatzkästchen der US-Musik behutsam geplündert, Tex-Mex und Blues, Erinnerungen an Jazzgrößen wie Bix Beiderbecke.

    Helden
    Jace Clayton
    THE JULIUS EASTMAN MEMORY
    (New Amsterdam)

    "DJ Rupture" verneigt sich vor einem Vergessenen der Downtown-New-York-Szene. Klangschwärme ohne Anfang und Ende. Eastman nannte seine Minimal-Werke "Evil Nigger" oder "Gay Guerrilla". Die Klassik und John Cage zeigten sich pikiert. (Ronald Pohl, Rondo, DER STANDARD, 13.12.2013)

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      cover: red wharf
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